Schwedenhöhlen (Reutlingendorf)
Highlights
- Die Schwedenhöhlen bei Reutlingendorf sind ein System aus 15 künstlichen Höhlen im Pfohsand der Oberen Süßwassermolasse.
- Sie dienten im 17. Jahrhundert als Zufluchtsort vor schwedischen Soldaten und wurden erstmals 1634 erwähnt.
- Heute sind nur noch wenige der ursprünglich 15 Höhlen zugänglich, zwei wurden in den 1990er Jahren teilweise wieder aufgegraben.
Tipps
- Wegbeschreibung vor Ort ist unzureichend, Orientierung erfordert Vorbereitung.
- Höhleneingänge sind weitgehend zugewachsen und nicht sicher betretbar.
- Geeignet für interessierte Erwachsene, weniger für Familien mit Kindern.
Eigenschaften
Über Schwedenhöhlen (Reutlingendorf)
Die Schwedenhöhlen bei Reutlingendorf im Alb-Donau-Kreis sind ein historisches Kulturdenkmal und Zeugnis der Kriegszeit des 17. Jahrhunderts. Ursprünglich handelt es sich um ein System aus insgesamt 15 künstlichen Höhlen, die in den weichen Pfohsand der Oberen Süßwassermolasse gegraben wurden. Diese Höhlen dienten als Versteck und Zuflucht für die Bevölkerung in Zeiten von Krieg und Plünderung, insbesondere während des Einmarsches schwedischer Truppen in die Region. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus einem Brief eines Klosterverwalters aus dem Jahr 1634, in dem von der Flucht der Dorfbewohner in diese Höhlen berichtet wird.
Die Höhlen sind zimmerartig angelegt, etwa zehn Meter lang, drei Meter breit und zweieinhalb Meter hoch. Über schmale und steil abfallende Eingänge, die heute weitgehend verschüttet sind, gelangte man einst in die unterirdischen Räume. In den Wänden befinden sich Nischen, die vermutlich zur Feuerstelle dienten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Höhlen immer wieder im Kriegsfall aufgesucht, zuletzt im 19. Jahrhundert. Um 1900 ließ die Gemeinde einige der Höhlen öffnen und mit Treppen versehen, um den Zugang zu erleichtern. Auch wurden damals ein Weg angelegt und Beschilderung installiert. Heute sind die meisten Eingänge erneut verfallen oder zugewachsen.
Einige der Höhlen wurden in den 1980er Jahren als Kulturdenkmal anerkannt, da sie ein seltenes Beispiel für von der ländlichen Bevölkerung selbst geschaffene Kriegsrefugien darstellen. Bemühungen der örtlichen Verwaltung zielen darauf ab, zumindest einige der Höhlen wieder zugänglich zu machen, um die Heimatgeschichte und die Lebensumstände vergangener Generationen sichtbar zu machen. Denkmalschutzseitige Bewertungen betonen das öffentliche Interesse an archäologischen Funden, die in den Höhlen zu erwarten wären.
Die Lage der Schwedenhöhlen im Waldgebiet bei Reutlingendorf ist landschaftlich reizvoll, jedoch stellen die schlechte Beschilderung und teilweise unpassierbare Wege eine Herausforderung für Besucher dar. Einige Gäste kritisieren den mangelnden Zustand der Wege und die fehlende Information vor Ort. Andere loben die ruhige Natur und die historische Atmosphäre, auch wenn der Zugang zu den Höhlen heute nur eingeschränkt möglich ist. Der Rundweg durch das Gelände wird von einigen als sehenswert beschrieben, allerdings wird vor Verlassen der markierten Pfade abgeraten.