Wehrturm der Ruine Waxenberg
Highlights
- Die Burganlage Waxenberg zählt zu den ältesten des Mühlviertels und wurde 1145 von Cholo von Wilhering erbaut.
- Der Wehrturm der Ruine Waxenberg ist Teil einer seit 1674 dokumentierten Burganlage mit barocker Architektur und Aussichtsfunktion.
Tipps
- Der Wehrturm und der Aussichtsturm ermöglichen einen Panoramablick über das Mühlviertel und die umliegende Landschaft.
- Die Schlosskapelle mit barocken und neugotischen Elementen zeigt architektonische Entwicklungen vom 17. bis 19. Jahrhundert.
Eigenschaften
Wehrturm Ruine Waxenberg Oberneukirchen Kulturdenkmal
Der Wehrturm der Ruine Waxenberg in Oberneukirchen zählt zu den ältesten Burganlagen des Mühlviertels und ist das markante Wahrzeichen des Ortes. Die Burg entstand bereits im 12. Jahrhundert, als Cholo von Wilhering hier eine Festung im Zentrum seiner Rodungsherrschaft errichtete und sich fortan „von Wilhering-Waxenberg“ nannte. Über die Jahrhunderte wechselten die Besitzer: Die Babenberger und später die Habsburger prägten die Geschichte, bevor die Familie Starhemberg ab 1647 die Herrschaft übernahm. Besonders bekannt wurde deren Vorfahre Heinrich Ernst Rüdiger, der als Stadtkommandant Wiens vor den Türken rettete.
Der Wehrturm, auch als Hunger- oder Bergfried bezeichnet, ist ein zentrales Element der Ruine. Er überstand Jahrhunderte und wurde nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wiederhergestellt, sodass er heute in vollem Glanz erstrahlt. Die Burgruine bietet nicht nur einen Einblick in die mittelalterliche Architektur, sondern auch eine beeindruckende Aussicht über die umliegende Landschaft. Besonders sehenswert ist der Aussichtsturm, der als Aussichtspunkt dient und die Verbindung zur historischen Vergangenheit des Mühlviertels unterstreicht.
Direkt an die Burgruine angrenzend befindet sich die dem Heiligen Josef geweihte Schlosskapelle, die um 1645 von Conrad Balthasar von Starhemberg errichtet wurde. Seit 1785 ist sie Pfarrkirche und wurde im Laufe der Zeit erweitert – etwa durch den Anbau eines Kirchturms 1866. Der neugotische Altar aus dem Jahr 1892 ersetzt einen früheren Barockaltar und wird von drei Statuen des Heiligen Josef, der Gottesmutter und des Heiligen Johannes flankiert. An den Wänden finden sich noch barocke Relikte, darunter eine Statue des Heiligen Sebastian und ein Abendmahlfresko im Spätbarock-Stil.
Das heutige Schloss, zwischen 1905 und 1910 als Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude errichtet, zeigt einen einheitlichen Baustil mit dem später gebauten Forsthaus. Die harmonische Verbindung von historischer Burganlage und moderner Bausubstanz macht Waxenberg zu einem faszinierenden Ort für Geschichtsinteressierte. Die Ruine und ihr Wehrturm laden dazu ein, die mittelalterliche Vergangenheit des Mühlviertels zu erkunden – zwischen Wehrbauten, sakraler Architektur und landschaftlicher Aussicht.