Zitadelle Mainz - Südwest-Tor
Highlights
- Die Zitadelle Mainz bietet Einblicke in über 2000 Jahre Geschichte, vom Drususstein bis zu Kasernenbauten des 19. Jahrhunderts.
- Die barocke Festungsanlage mit ihren Bastionen gehört heute der Stadt Mainz und beherbergt zahlreiche städtische Ämter.
- Führungen ermöglichen den Zugang zu den sonst nicht öffentlich zugänglichen unterirdischen Gängen unter der Bastion Drusus.
Tipps
- Die öffentlichen Kompakt-Führungen ermöglichen den Zugang zu den sonst nicht öffentlich zugänglichen unterirdischen Gängen unter der Bastion Drusus.
- Die historische Langführung beginnt im Gegensatz zu anderen Rundgängen nicht direkt auf der Zitadelle, sondern am Römischen Theater.
- Eine spezielle Kostümführung bietet die Kombination aus historischen Erzählungen und einer Weinverkostung.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Zitadelle Mainz - Südwest-Tor in Mainz
Die Zitadelle Mainz mit ihrem Südwest-Tor ist eine bedeutende historische Sehenswürdigkeit, die einen faszinierenden Einblick in mehr als 2000 Jahre Geschichte bietet. Die Anlage auf dem Jakobsberg vereint verschiedene Epochen: von den Anfängen in der Römerzeit mit dem Drususstein über ein mittelalterliches Kloster bis hin zur barocken Festungsanlage und späteren Kasernenbauten. Die heutige Zitadelle gehört der Stadt Mainz und wird für zahlreiche städtische Ämter genutzt.
Die bauliche Entwicklung der Festung war geprägt von strategischen Notwendigkeiten. Im Auftrag von Kurfürst Johann Philipp von Schönborn wurde die Stadt Mainz mit Bastionen nach französischer Bauart umwallt. Über dem stadtseitigen Tor entstand unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn ein Kommandantenbau, in den die bereits bestehende Toranlage integriert wurde. Später ergänzten die Österreicher die Anlage um eine bombensichere Citadellkaserne sowie weitere Gebäude, die als Kasino und Küche dienten. Im frühen 20. Jahrhundert wurde eine Doppelkompaniekaserne errichtet, während die Anlage im Zweiten Weltkrieg unter anderem für Luftschutzräume genutzt wurde.
Besucher können die Anlage im Rahmen verschiedener Führungen erkunden. Die Kompakt-Führung führt sowohl ober- als auch unterirdisch über das Gelände, wobei die Erkundung der unterirdischen Gänge unter der Bastion Drusus ein besonderes Highlight darstellt, da diese sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Eine ausführlichere Lang-Führung beginnt am nahegelegenen Römischen Theater und vertieft die historischen Zusammenhänge. Für ein besonderes Erlebnis wird zudem eine historische Kostümführung mit Weinverkostung angeboten.
Ein besonderes Augenmerk liegt heute auf der Erhaltung des Denkmals. Durch Pilotprojekte zur ökologischen Mauersanierung wird versucht, einen tragfähigen Kompromiss zwischen Denkmal- und Naturschutz zu finden. So wurde beispielsweise die Traverse an der Bastionsspitze Germanicus fachgerecht erneuert. Besonders wertvoll sind die erhaltenen Bossenquader an den Bastionsspitzen, die über Jahrhunderte durch die grabenabschließende Mauer geschützt wurden und ein wichtiges architektonisches Gliederungselement der Anlage bilden.