St. Ulrich
Eigenschaften
Kultur und Sakralbau in St. Ulrich bei Obertaufkirchen entdecken
Die römisch-katholische Filialkirche St. Ulrich befindet sich in Steinkirchen, einem Gemeindeteil der Gemeinde Obertaufkirchen im Landkreis Mühldorf am Inn in Oberbayern. Die im Jahr 1672 erbaute barocke Saalkirche zählt heute zu den sakralen Kulturdenkmälern der Region und ist unter der Nummer D-1-83-135-26 in der Denkmalliste von Obertaufkirchen verzeichnet. Sie gehört zum Dekanat Mühldorf des Erzbistums München und Freising und hat aufgrund ihrer historischen wie künstlerischen Besonderheiten eine herausragende Stellung unter den Filialkirchen der Gemeinde inne.
Das Bauwerk besteht aus einem Langhaus mit drei Jochen, einem dreiseitig geschlossenen Chor im Osten sowie einer Sakristei an der Südwand des Chors. Ursprünglich wurde der Kirchturm im Westen errichtet, musste jedoch im Zuge einer Verlängerung des Langhauses im frühen 20. Jahrhundert abgebrochen und anschließend an der Nordwestecke des Gebäudes neu errichtet werden. Der Turm zeigt neobarocke Formen und wird von einer Glockenhaube und einer Laterne gekrönt. Sein oberstes Geschoss beherbergt die Turmuhr sowie den Glockenstuhl. Die Kirche erhielt 1992 neue Bronzeglocken, die das Geläut ergänzen.
Der Innenraum der Kirche ist mit Stichkappengewölben überspannt und wurde in den 1940er Jahren grundlegend umgestaltet. Dabei entstanden neue Altarblätter und Deckenfresken, die von dem Künstler L. Maillinger aus Mühldorf geschaffen wurden. Der spätbarocke Hochaltar von 1730 zeigt in seinem Gemälde Bischof Ulrich, der vor der Ungarnschlacht zu Jesus emporblickt, während ihm ein Engel das sogenannte Ulrichskreuz reicht. Im Hintergrund sind der Kirchturm von Steinkirchen sowie umliegende Gebäude dargestellt. Der linke Seitenaltar zeigt die Erscheinung Mariens in Fátima, während der rechte Seitenaltar den hl. Josef mit dem Jesuskind bei der Arbeit darstellt. Die Deckenfresken im Langhaus veranschaulichen den hl. Ulrich als Armenhelfer und Kirchenbauer.
Eine besondere Rolle spielte die Kirche St. Ulrich durch ihren Status als Dienstsitz eines Kooperators, was ihr unter den Filialkirchen Obertaufkirchens eine Sonderstellung verlieh. Seit 1815 beherbergt sie zudem das Allerheiligste im Tabernakel. Die sakrale Ausstattung wird durch eine 1897 von Jakob Müller gebaute Orgel ergänzt. Diese Kegelladen-Orgel auf der Empore verfügt über sechs Register auf einem Manual und Pedal und zeigt einen nachklassizistischen Prospekt. Sie ist mechanisch gesteuert und trägt zur musikalischen wie architektonischen Atmosphäre des Kirchenraums bei.
Die Kirche St. Ulrich in Steinkirchen ist ein beeindruckendes Zeugnis barocker Sakralbaukunst und regionaler Kirchengeschichte. Ihre kunstvolle Innenausstattung sowie ihre denkmalgeschützte Architektur machen sie zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Kultur- und Religionsinteressierte im Landkreis Mühldorf am Inn.