St. Andreas
Highlights
- Der Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert (um 1288), die Bronzetaufe von 1514/15 und die Riemenschneider-Figur (um 1500) zählen zu den wertvollen Kunstschätzen der Kirche.
Eigenschaften
Kulturdenkmal St. Andreas Ochsenfurt
Die St. Andreas-Kirche in Ochsenfurt ist ein bedeutendes gotisches Bauwerk mit einer bewegten Geschichte, das tief in der regionalen Identität verwurzelt ist. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahr 1276, doch die Anlage geht auf eine deutlich ältere Tradition zurück. Besonders prägend war die Umgestaltung im 15. Jahrhundert, als Chor und Langhaus in ihrer heutigen Form neu errichtet wurden. Der markante Turm aus der Zeit um 1288 mit seinen sechs Geschossen ist ein charakteristisches Merkmal des Ortes und wurde später vom Würzburger Bildhauer Adolf Friedrich ergänzt.
Das Innere der dreischiffigen Hallenkirche beeindruckt durch eine harmonische Mischung aus spätgotischen und barocken Elementen. Zwei imposante Messingleuchter von Johann Christoph Dürsch aus dem 18. Jahrhundert flankieren den Altar, während ein moderner Volksaltar von Lothar Forster aus den 1980er-Jahren den sakralen Raum zeitgemäß ergänzt. Besonders wertvoll ist das spätgotische Ambo von Tilman Riemenschneider, das um 1500 entstand. In der östlichen Seitenkapelle befindet sich ein Bronzetaufbecken aus der Vischer-Werkstatt Nürnberg (um 1514/15), dessen Deckel später von Max Bessler hinzugefügt wurde.
Ein weiteres Highlight ist die historische Kapuzinerkrippe, die aus der Barockzeit stammt und seit 1983 in der Kirche einen neuen Platz gefunden hat. Die denkmalgeschützte Anlage verleiht dem Kirchenraum eine besondere Atmosphäre, besonders zur Advents- und Weihnachtszeit. Die Kirche selbst wurde in den 1980er-Jahren umfassend renoviert, wobei sowohl Außen- als auch Innenbereiche restauriert wurden, um das gotische Erbe zu bewahren.
Die St. Andreas-Kirche ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein lebendiger Ort des Glaubens und der Gemeinschaft. Der Frauenbund St. Andreas, einer der ältesten Zweige in der Diözese Würzburg, pflegt seit über einem Jahrhundert christliche Traditionen und engagiert sich für soziale Projekte. Zudem bietet die Kirche mit ihrem barocken Chorgestühl und den drei Altären aus dem 17. Jahrhundert eine reiche Ausstattung, die Besucher:innen in die Geschichte des Ortes eintauchen lässt.
Mit ihrem rollstuhlgerechten Zugang und Parkplatz ist die St. Andreas-Kirche auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut erreichbar. Als zentrales Kulturdenkmal Ochsenfurts verbindet sie historische Pracht mit lebendiger Spiritualität und lädt dazu ein, die gotische Baukunst und die religiöse Vielfalt der Region zu erleben.