Kirche/Kloster

Kapelle "Frauenhäuschen"

Eibenweg 2, 51789 Lindlar

Highlights

  • Die Kapelle ‚Frauenhäuschen‘ in Lindlar ist eine kleine, stromlose Kirche aus Bruchsteinen mit barockem Altar, restauriert 1993 und 2011.
  • Ursprünglich im Besitz der katholischen Kirche Lindlar, diente sie als Mittelpunkt einer Armenstiftung der Heiligenhovener Adeligen und war Ziel historischer Prozessionen.
  • Die Kapelle liegt in der offenen Weidelandschaft vor Lindlar und erinnert an die einstige Bedeutung der Heiligenhovener Güter im Lennefetal.

Tipps

  • Die Kapelle befindet sich in einer offenen Weidelandschaft nahe dem Ortseingang und bietet eine ruhige Atmosphäre abseits des Ortszentrums.
  • Der barocke Altar und die Bruchsteinmauern zeigen handwerkliche Details aus dem 17. Jahrhundert und spiegeln die historische Bedeutung als Armenstiftung wider.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Frauenhäuschen Kapelle Lindlar – Sakrale Kultur

Die Kapelle „Frauenhäuschen“ in Lindlar ist ein beschauliches, aber historisch bedeutendes Kleinod mitten in der offenen Weidelandschaft am Ortseingang. Das bescheidene Gebäude, das ohne elektrischen Strom auskommt, wirkt wie ein stiller Zeuge vergangener Frömmigkeit und Gemeinschaft. Mit einer Bewertung von 4,5 Sternen in den Online-Bewertungen ist sie bei Besuchern und Einheimischen gleichermaßen beliebt.

Ihr Ursprung ist bis heute nicht vollständig geklärt, doch vermutet wird, dass die Kapelle ursprünglich im Besitz der katholischen Kirchengemeinde Lindlar stand. Die genaue Baugeschichte ist verschleiert, doch ihre Bedeutung zeigt sich in der Verbindung zu den ehemaligen Adeligen von Heiligenhoven. Im 17. Jahrhundert gehörte sie vermutlich den Familien, die in den heutigen Ruinen von Unter- und Mittelheiligenhoven sowie im erhaltenen Schloss Oberheiligenhoven residierten. Später wechselte die Kapelle mehrfach den Besitzer – von den preußischen Behörden, die in der Nähe den „Musterhof Falkenhof“ errichteten, bis hin zu privaten Pächtern, die das Anwesen schließlich in ihren Besitz übernahmen.

Mehrfach wurde die Kapelle restauriert, um ihr historisches Erbe zu bewahren. Besonders die barocke Ausstattung, darunter der prächtige Altar, wurde nach einer umfassenden Sanierung im frühen 21. Jahrhundert wiederhergestellt. Die Außenwände wurden mit Kalkschlämme neu verputzt, und das Dach erhielt eine traditionelle Strohdeckung. Diese Maßnahmen sicherten nicht nur die Substanz des aus Bruchsteinen errichteten Gebäudes, sondern bewahrten auch seinen ursprünglichen Charme.

Früher war die Kapelle ein zentraler Ort für religiöse Prozessionen und Wallfahrten. Zahlreiche Bittgänge, Emmausgänge und Ostergottesdienste führten hierher, besonders in der Umgebung von Lindlar und Wipperfürth, zu dem der Ort einst gehörte. Heute wird sie nur noch einmal jährlich im Oktober von einer Prozession besucht, doch ihre spirituelle Aura bleibt spürbar. Als stiller Ort der Andacht und des Gedenkens verbindet sie Vergangenheit mit Gegenwart – ein Ort, der zum Verweilen einlädt.

Wer die Kapelle besucht, taucht in eine Zeit zurück, in der Glaube und Gemeinschaft eng miteinander verwoben waren. Die unberührte Natur des Lennefetals und die ruhige Atmosphäre machen sie zu einem besonderen Ausflugsziel für Kultur- und Sakralinteressierte. Die „Frauenhäuschen“-Kapelle ist ein lebendiges Stück Lindlarer Geschichte, das bis heute fasziniert und zum Innehalten einlädt.

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