Christopher Isherwood
Highlights
- Christopher Isherwood lebte von 1930 bis 1933 in der Nollendorfstraße 17 in Berlin-Schöneberg.
- Er schrieb seine berühmten Berlin-Romane, die Grundlage für das Musical „Cabaret“ wurden.
- Seine Lieblingsbar war das Cosy Corner in der Zossener Straße, ein Treffpunkt schwuler Männer.
Tipps
- Das Cosy Corner in der Zossener Straße war eine zentrale Anlaufstelle für Isherwood und seine Freunde – heute ist dort ein Stolperstein für den Gastwirt zu finden.
- In der Nollendorfstraße 17 befand sich Isherwoods Wohnung, gemeinsam mit Jean Ross, die Vorlage für Sally Bowles im Musical „Cabaret“.
- Die Gedenktafel an der Nollendorfstraße 17 erinnert an Isherwoods Aufenthalt – ein Muss für Interessierte der Berliner Literaturgeschichte.
Eigenschaften
Über Christopher Isherwood
Der Gedenkort Christopher Isherwood befindet sich im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg und erinnert an den britisch-amerikanischen Schriftsteller, der in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in der Stadt lebte. Bekannt wurde Isherwood vor allem durch seine literarischen Werke über das Berlin der späten 1920er und frühen 1930er Jahre, die später als Vorlage für das Musical und den Film „Cabaret“ dienten. Seine Texte zeichnen ein lebendiges Bild der damaligen Kulturszene und bieten gleichzeitig einen Blick auf den alltäglichen Einfluss des Nationalsozialismus in der Hauptstadt.
Isherwood zog 1929 aus England nach Berlin, angezogen von der sexuellen Freiheit und dem pulsierenden Nachtleben, insbesondere im Nollendorfkiez. Von 1930 bis 1933 wohnte er in der Nollendorfstraße 17, wo heute eine Gedenktafel an seinen Aufenthalt erinnert. In unmittelbarer Nähe befand sich auch eine seiner Lieblingskneipen, das Cosy Corner in der Zossener Straße, ein Treffpunkt für homosexuelle Männer und Teil einer lebendigen queeren Szene, die damals in Berlin blühte. Diese Orte prägten Isherwoods Werk nachhaltig und fanden Eingang in seine Romane, darunter „Leb wohl Berlin“ und „Mr. Norris steigt um“.
Ein besonderer Aspekt seiner Berliner Jahre war seine Beziehung zu Heinz Neddermeyer, mit dem er nach der Machtergreifung der Nazis 1933 die Stadt verließ, um dessen Einberufung zur Wehrmacht zu verhindern. Die beiden durchstreiften mehrere europäische Länder, bevor Isherwood schließlich 1939 in die USA emigrierte. Seine Erfahrungen in Berlin verarbeitete er später auch in autobiografischen Werken, darunter „Christopher und die Seinen“, in dem er offen über sein schwules Leben schreibt. Auch die Figur der Sally Bowles, bekannt aus „Cabaret“, basiert auf der realen Person der Sängerin Jean Ross, die zeitweise mit Isherwood in der Nollendorfstraße wohnte.
Der Gedenkort in Tempelhof-Schöneberg ist für Literaturinteressierte und Fans von Isherwoods Werk von großer Bedeutung. Obwohl nur eine Tafel an der Hauswand vorhanden ist, vermittelt sie einen Zugang zu einer Zeit, in der Berlin ein Zentrum der sexuellen und kulturellen Freiheit war. Die Verbindung zu anderen historischen Orten wie dem ehemaligen Institut für Sexualwissenschaft oder dem Cosy Corner unterstreicht die Rolle des Viertels als einstige Heimat einer lebendigen queeren Gemeinschaft, die durch die nationalsozialistische Verfolgung zerstört wurde.