Eichwerder Moorwiesen
Highlights
- Eichwerder Moorwiesen liegen südlich von Glienicke/Nordbahn und Schildow, teilweise bereits auf Berliner Gebiet.
- Das Gebiet ist ein ehemaliges Kalkmoor mit seltenen Pflanzenarten und heute stark verschilft sowie von Entwässerung betroffen.
- Seit 2012 werden Maßnahmen zur Stabilisierung der Wasserstände und Entnahme von Gehölzen durchgeführt, um das Moor zu regenerieren.
Tipps
- Auf den ausgeschilderten Wegen bleiben, um trockenen Fußes das Moorgebiet zu erkunden.
- Den Holzsteg nutzen, um informativ und schonend die Flora und Fauna vor Ort zu entdecken.
- Bei Hochwasser oder nasser Wiese auf benachbarte Wege ausweichen, da der Rundweg eingeschränkt begehbar sein kann.
Eigenschaften
Über Eichwerder Moorwiesen
Die Eichwerder Moorwiesen liegen im nordöstlichen Brandenburg, südlich der Gemeinden Glienicke/Nordbahn und Schildow im Landkreis Oberhavel. Das rund 119 Hektar große Gebiet erstreckt sich entlang des Tegeler Fließes und zählt heute zu den bedeutenden Feuchtgebieten der Region. Es ist als Landschaftsschutzgebiet „Westbarnim“ ausgewiesen und gehört zum Naturpark Barnim. Darüber hinaus ist es Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und beherbergt verschiedene wertvolle Lebensraumtypen, darunter Kalk-Zwischenmoore, Quellmoore und Durchströmungsmoore.
Das Gelände zeichnet sich durch eine artenreiche Moorvegetation aus, die trotz starker Veränderungen der letzten Jahrzehnte noch immer Spuren ihrer ursprünglichen Vielfalt aufweist. In kleineren Bereichen existieren noch Großseggen-Riede sowie braunmoosreiche Seggenriede, die typisch für kalkreiche Niedermoore sind. Auch der seltene Lebensraumtyp der kalkreichen Sümpfe mit Binsenschneide ist hier noch anzutreffen. Auf den ehemals genutzten Feuchtwiesen siedeln sich verstärkt Pionierpflanzen wie der auffällige Blutweiderich an, der in der Vegetationsphase ein rosafarbenes Blütenmeer bildet und Insekten vieler Arten anzieht.
Die Moorwiesen sind von einem dichten Netz aus Gräben durchzogen, die einst zur Entwässerung dienten. Diese führten dazu, dass der Torfkörper absank und sich das Moor zunehmend veränderte. Seit Beginn gezielter Pflege- und Renaturierungsmaßnahmen werden diese Gräben sukzessive verschlossen, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren und die Torfbildung langfristig zu fördern. Dabei werden auch Gehölze entfernt, die sich in den letzten Jahren besonders entlang der Gräben ausgebreitet haben, um Lichtverhältnisse für die typischen Moorarten zu verbessern.
Ein Rundweg von etwa sieben Kilometern Länge ermöglicht den Zugang zur Moorlandschaft. Teilweise verläuft er auf Holzstegen, die mit Informationstafeln zur regionalen Flora und Fauna ausgestattet sind. Diese Lehrpfadabschnitte laden dazu ein, sich intensiver mit der Ökologie der Moore auseinanderzusetzen. Auf befestigten Wegen und Stegen können Besucher die Feuchtgebiete schonend erkunden, während unmarkierte Wege durch feuchtes Gras oder sogar stehendes Wasser führen können – ein Hinweis auf die natürlichen Zustände des Moores.