Denkmal/Gedenkstätte

Erinnerungsort Baruch Auerbach' sches Waisenhaus

Schönhauser Allee 162, 10435 Berlin

Highlights

  • Seit 2000 erinnert der Gedenkort an die Opfer des NS-Regimes und bietet barrierefreie Führungen und Ausstellungen.
  • Die Ausstellung thematisiert NS-Euthanasie-Morde und Biografien von Sinti und Roma als Opfer rassistischer Verfolgung.

Tipps

  • Die kostenlosen öffentlichen Führungen im Stelenfeld ermöglichen einen dialogischen Zugang zu historischen Zusammenhängen und richten sich an Besucher ab 14 Jahren.
  • Gruppenführungen am Gedenkort enden mit einem beschleunigten Zugang zur Ausstellung im Ort der Information und sind für alle Altersgruppen geeignet.
  • Hörführungen in Leichter Sprache stehen Besuchern mit kognitiven Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten als barrierefreies Angebot zur Verfügung.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kulturdenkmal: Waisenhaus Baruch Auerbach Berlin

Der Erinnerungsort Baruch Auerbach’ sches Waisenhaus in Berlin ist ein bedeutender historischer Gedenkort, der an die tragische Geschichte von über einhundert Kindern, Jugendlichen und ihren Betreuern erinnert, die hier einst lebten. Das ehemalige Waisenhaus in der Nähe des Holocaust-Denkmals wurde zum Symbol für die systematische Entrechtung und Ermordung von Menschen im Nationalsozialismus. Seit dem Jahr 2000 dient der Ort der Aufarbeitung dieser Verbrechen und der Würdigung der Opfer, die in den Osten deportiert und dort ermordet wurden.

Der Gedenkort besteht aus einem Stelenfeld, das im Freien angelegt ist, sowie einer Ausstellung im sogenannten „Ort der Information“. Die Führung durch das Stelenfeld richtet sich an Besucher ab 14 Jahren und ist dialogisch gestaltet, um individuelle Perspektiven und Vorwissen der Teilnehmenden einzubeziehen. Besonders hervorzuheben ist das Angebot für Schulgruppen, die durch spezielle Workshops und Führungen – etwa zu den Biographien der Opfer oder zur Gestaltung des Denkmals – einen vertieften Zugang zur Geschichte erhalten. Auch für Menschen mit kognitiven oder sensorischen Einschränkungen gibt es barrierefreie Formate wie Führungen in Leichter Sprache oder Audio- und Videoführungen.

Die Ausstellung im „Ort der Information“ bietet einen historischen Überblick über die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde und die systematische Vernichtung von Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten. Daneben werden auch die Schicksale von Sinti und Roma Europas thematisiert, deren Kampf um Anerkennung als Opfer des NS-Regimes hier nachvollziehbar wird. Ein besonderes Angebot ist der Workshop „Zeitzeugen erzählen“, der Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I die Möglichkeit gibt, sich mit originalen Videointerviews auseinanderzusetzen. Auch Vorbereitungsmaterialien wie ein Schülervideo oder Handreichungen unterstützen den Besuch und fördern eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Ort.

Der Erinnerungsort verbindet historische Aufklärung mit zeitgenössischer Gedenkpraxis und lädt dazu ein, sich mit den Folgen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Durch die Vielfalt der Angebote – von öffentlichen Führungen bis zu inklusiven Formaten – wird der Ort zu einem Raum des Lernens und der Erinnerung, der sowohl Einzelbesucher als auch Schulklassen anspricht. Besonders die Verbindung zum nahegelegenen Holocaust-Denkmal unterstreicht die Bedeutung des Ortes als Teil des kollektiven Gedächtnisses Berlins.

Ob als Teil einer Stadtführung, im Rahmen einer schulischen Exkursion oder als individuelle Reflexion – der Erinnerungsort Baruch Auerbach’ sches Waisenhaus bietet eine bewegende und lehrreiche Erfahrung. Die dialogische Herangehensweise und die Fokussierung auf individuelle Biographien machen ihn zu einem einzigartigen Ort der Mahnung und des Gedenkens.

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