Denkmal/Gedenkstätte

Gedenktafel Anita Augspurg

An d. Urania 15, 10777 Berlin

Highlights

  • 1907 gründete sie die Zeitschrift ‚Zeitschrift für Frauenstimmrecht‘ nach einem Bruch mit ihrem Partner.
  • 1942 wurde sie wegen politischer Aktivitäten erneut verhaftet und im NS-Regime inhaftiert.

Tipps

  • Die Gedenktafel befindet sich in einem historischen Kontext und erinnert an eine Pionierin der Frauenrechte im Kaiserreich.
  • Der Besuch bietet Einblicke in die Kämpfe für Gleichberechtigung, die bereits vor über einem Jahrhundert geführt wurden.
  • Die Nähe zu anderen historischen Orten wie dem Rosa Winkel zeigt Verbindungen zwischen verschiedenen Bewegungen für soziale Gerechtigkeit.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Gedenktafel Anita Augspurg – Berlin Kultur-Denkmal

In Berlin erinnert die Gedenktafel für Anita Augspurg an eine der bedeutendsten Frauenrechtlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Als Pionierin des politischen Feminismus kämpfte sie für Gleichberechtigung und die Abschaffung rechtlicher Benachteiligungen von Frauen. Ihre Arbeit war prägend für die Frauenbewegung im Kaiserreich, als sie sich für das Frauenwahlrecht und die Reform des Bürgerlichen Gesetzbuchs einsetzte. Augspurg kritisierte die strukturelle Ungleichbehandlung von Frauen, die damals als „Bürgerinnen zweiter Klasse“ galten – ein Problem, das heute unter Begriffen wie Gender Pay Gap oder systematische Diskriminierung diskutiert wird.

Augspurgs Engagement war radikal und konsequent: Sie gründete 1907 nach einem Bruch mit ihrem langjährigen Verbündeten Max Cauer die Zeitschrift *„Zeitschrift für Frauenstimmrecht“*, um ihre Forderungen eigenständig zu verbreiten. Ihre Schriften und Reden machten sie zu einer gefragten Stimme in der Debatte um Frauenrechte. Doch ihr Einsatz blieb nicht ohne Risiko – sie wurde mehrfach verhaftet, etwa 1942, als sie erneut für ihre politischen Überzeugungen verfolgt wurde. Trotz Repressionen blieb sie eine unerschrockene Kämpferin für soziale Gerechtigkeit.

Die Gedenktafel würdigt ihr Erbe als Teil Berlins kulturellen Gedächtnisses, das sich mit anderen historischen Orten wie dem Denkmal für Magnus Hirschfeld oder dem *Rosa Winkel* verbindet. Diese Stätten zeigen, wie Berlin im 19. und 20. Jahrhundert zu einem Schauplatz für progressive Bewegungen wurde – von der LGBTQ+-Rechtbewegung bis zum feministischen Aktivismus. Augspurgs Leben und Werk stehen dabei exemplarisch für den Kampf gegen überkommene Normen und die Forderung nach voller Bürgerrechte.

Besucherinnen und Besucher können an der Gedenktafel die Spuren einer Frau nachspüren, die mit Mut und Intelligenz gegen die Mächte ihrer Zeit antrat. Ihre Geschichte ist nicht nur ein Stück Berliner Zeitgeschichte, sondern ein Mahnmal dafür, wie politische Kämpfe um Gleichberechtigung bis heute relevant bleiben. Die Tafel lädt ein, sich mit den Wurzeln moderner Frauen- und Menschenrechte auseinanderzusetzen – und die Kontinuität zwischen damals und heute zu erkennen.

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