Richard Salomon
Highlights
- Richard Salomon, geboren 1894 in Berlin, war Rechtsanwalt und Notar, bis ihn die Nationalsozialisten 1933 das Berufsverbot erteilten.
- Er diente im Ersten Weltkrieg freiwillig und zog sich dabei schwere Erfrierungen zu, unter deren Folgen er ein Leben lang litt.
- 1942 wurde er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Tipps
- Besucher finden den Stolperstein für Richard Salomon in der Uhlandstraße 162 in Berlin-Wilmersdorf.
- Die Gedenkstätte liegt zentral im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und ist zu Fuß erreichbar.
- Weitere Informationen zur Biografie und zum Schicksal von Richard Salomon bieten lokale Archive und Gedenkinitiativen.
Eigenschaften
Über Richard Salomon
Der Gedenkstein für Richard Salomon im Volksfürsorge Schadenzentrum erinnert an das Schicksal eines Juristen, der trotz seiner jüdischen Herkunft und hervorragenden Bildung nicht vor der nationalsozialistischen Verfolgung gefeit war. Salomon stammte aus einer alteingesessenen Berliner Familie mit tiefen bürgerlichen und intellektuellen Wurzeln. Sein Vater war Importeur von Lammfellen, seine Mutter stammte aus einer bekannten Hamburger Kaffeeimportfamilie. Die Familie hatte bereits im 19. Jahrhundert ihren Wohnsitz in Berlin genommen, wo Richard Salomon auch geboren wurde.
Salomon zeigte früh akademische Begabung und absolvierte ein Jurastudium an mehreren Universitäten, darunter in Freiburg, Heidelberg und Berlin. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig zum Militärdienst. Obwohl er aufgrund seiner Kurzsichtigkeit zunächst zurückgestellt wurde, trat er später einer Gebirgskompanie bei und kämpfte in Rumänien, wo er sich schwere Erfrierungen zuzog, die ihn ein Leben lang beeinträchtigten. Nach dem Krieg schloss er sein Studium ab und arbeitete zunächst als selbstständiger Rechtsanwalt, später als Notar. Seine berufliche Laufbahn endete jedoch mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten, die ihm 1933 das Berufsverbot erteilten. Als ehemaliger Frontkämpfer konnte er zeitweise Einspruch einlegen, doch ab 1938 war auch dies nicht mehr möglich.
Trotz seiner prekären Lage zögerte Salomon zunächst, das Land zu verlassen. Er fühlte sich verpflichtet, für seine Familie – darunter seine aus Schwedt stammende Ehefrau Edith und seine Tochter Ilse – sowie für seine betagten Eltern zu sorgen. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch rapide. Er litt zunehmend unter Nervenproblemen und wurde in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Seine Ehefrau entschied sich schließlich, ihre Tochter über einen Kindertransport nach Großbritannien zu schicken und folgte ihr später selbst, um schließlich in die USA auszuwandern. Richard Salomon selbst blieb in Deutschland zurück und wurde im Dezember deportiert. Er starb kurz darauf im Konzentrationslager Auschwitz.
Sein Stolperstein im Volksfürsorge Schadenzentrum erinnert an das Leben eines Mannes, der trotz seiner deutschen Identität und seiner patriotischen Haltung als Jude systematisch verfolgt und schließlich ermordet wurde. Die Gedenkstelle steht für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und dokumentiert das Schicksal eines Berliners, der einst glaubte, durch Leistung und Pflichterfüllung geborgen zu sein – bis diese Sicherheit zerbrach.