Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam
Highlights
- 1916 erbautes Pfarrhaus der Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein als heutiger Gedenkort für sowjetische Geheimdienstgeschichte.
- Moderne Dauerausstellung mit 360°-Tour und Audioguide zeigt Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Militärspionageabwehr.
- Archivdokumente, Fotos und Sonderausstellungen thematisieren Häftlingsgruppen und die Geheimdienststadt ‚Militärstädtchen Nr. 7‘.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die Gedenkstätte.
- Ein kostenfreier Audioguide steht über WLAN und QR-Code zur Verfügung, um die Dauerausstellung mit historischen Informationen zu ergänzen.
- Die 13 Informationsstelen des Geschichtspfades bieten Hintergrundwissen zu den historischen Sperranlagen und Gebäuden der Geheimdienststadt.
Eigenschaften
Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam – Kultur-Ausflug
Die Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam-Nördliche Vorstadt ist ein bedeutender zeithistorischer Ort, der als Museum, Bildungsstätte und Mahnmal die Spuren sowjetischer Militärpräsenz nach dem Zweiten Weltkrieg bewahrt. Ursprünglich 1916 als Pfarrhaus des Evangelisch-Kirchlichen Hilfsvereins errichtet, entwickelte sich der Standort im Kalten Krieg zu einem zentralen Knotenpunkt der sowjetischen Geheimdienstaktivitäten. Heute dient das Areal als moderner Erinnerungsort, der die Geschichte der sowjetischen Geheimdienststadt und des Untersuchungsgefängnisses aufarbeitet.
Im Fokus der Dauerausstellung stehen das ehemalige sowjetische Untersuchungsgefängnis sowie die umliegenden Strukturen der sogenannten „Geheimdienststadt“. Durch originale Zellen, Freigangbereiche und historische Dokumente wird die Atmosphäre der damaligen Zeit greifbar. Familienangehörige von Betroffenen haben der Gedenkstätte wertvolle Archivmaterialien wie Fotografien und Postkarten überlassen, die Einblicke in das Leben der Häftlinge und die Repressionen der sowjetischen Besatzungsmacht ermöglichen. Ein besonderes Highlight ist die virtuelle 360°-Tour, die Besucher:innen interaktiv durch das Gefängnis und die Ausstellungsräume führt.
Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Geschichte bietet die Gedenkstätte verschiedene Führungen und Audioguides an. Der kostenfreie Audioguide begleitet durch die Dauerausstellung und ergänzt sie mit seltenen Aufnahmen und Zeitzeugenberichten. Zudem führt ein Geschichtspfad mit 13 Informationsstelen durch das historische Gelände, der die Sperranlagen, Gebäude der Geheimdienststadt und weitere bedeutende Orte in der Umgebung erklärt. Ein zusätzlicher Audiowalk ermöglicht es, die Geschichte auch außerhalb der Öffnungszeiten zu erkunden – mit Perspektiven von ehemaligen Anwohner:innen, Soldaten und Häftlingen.
Im Ostflügel der Gedenkstätte finden regelmäßig Sonderausstellungen zu spezifischen Themen statt, etwa zu Häftlingsgruppen oder übergeordneten Aspekten der sowjetischen Besatzungszeit. Diese Wechselausstellungen runden das Angebot ab und ermöglichen eine differenzierte Betrachtung der historischen Ereignisse. Die Gedenkstätte ist zudem barrierefrei gestaltet, darunter mit einem rollstuhlgerechten WC, und lädt mit ihrem vielfältigen Programm sowohl Einzelbesucher:innen als auch Gruppen ein, sich mit der regionalen Zeitgeschichte auseinanderzusetzen.
Die Gedenkstätte Leistikowstraße verbindet auf eindrückliche Weise Bildung, Forschung und Erinnerungskultur. Sie trägt dazu bei, die komplexe Geschichte Potsdams im 20. Jahrhundert lebendig zu halten – von der sowjetischen Militärpräsenz bis zu den Spuren des Kalten Krieges in der Nördlichen Vorstadt. Als Ort der Reflexion und des Dialogs bleibt sie ein zentraler Anlaufpunkt für alle, die sich für die Geschichte der Region interessieren.