Kirche/Kloster

Böhmischer Gottesacker, Friedhof, Eingang Kirchhofstraße/Ecke Wipperstraße

Kirchhofstraße, Ecke, 12059 Wipperstraße

Highlights

  • Der Böhmische Gottesacker in der Wipperstraße ist ein 1903 geteilter Friedhof mit herrnhutischer Begräbnisordnung auf dem rechten Teil.
  • Der zweitälteste noch genutzte Friedhof Berlins zeigt historische Grabsteine mit tschechischen und deutschen Inschriften an den Mauern.

Tipps

  • Der Friedhof bietet einen historischen Zugang mit barrierefreien Wegen, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind.
  • An den Mauern des Geländes befinden sich Grabsteine mit historischen Inschriften, darunter einige in tschechischer Sprache.
  • Der rechte Teil des Friedhofs wird nach den Prinzipien der Herrnhuter Brüdergemeine verwaltet und zeigt traditionelle Begräbnisordnungen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Böhmischer Gottesacker Wipperstraße – Sakraler Ausflug

Der Böhmische Gottesacker an der Ecke Kirchhofstraße und Wipperstraße ist ein historisch bedeutsamer Friedhof, der eng mit der Geschichte der Brüderkirche und der böhmischen Exulanten in Berlin verbunden ist. Gegründet im 19. Jahrhundert, entstand er als Teil eines eigenen Gemeinwesens der Herrnhuter Brüdergemeine, die sich seit der Gründung der Kirche 1457 durch das Gleichheitsgebot auszeichnete. Der Friedhof gilt heute als einer der ältesten noch aktiven Begräbnisstätten Berlins und bewahrt in seinen Mauern historische Grabsteine mit teilweise tschechischen Inschriften.

Das Areal wurde nach den Prinzipien der Herrnhuter Brüdergemeine gestaltet und war ursprünglich ein geschlossener Friedhof. Seit 1903 ist er in drei Teile unterteilt, wobei der rechte Abschnitt – von der Kirchhofstraße aus sichtbar – weiterhin die traditionelle Begräbnisordnung der Brüderkirche widerspiegelt. Die Anlage ist nicht nur ein Ort der Ruhe, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte der böhmischen Siedler, die hier nach ihrer Vertreibung aus Böhmen ein neues Zuhause fanden.

Direkt benachbart liegen weitere bedeutende Stätten wie das Museum im Böhmischen Dorf, das im ehemaligen Schul- und Anstaltshaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Dieses Gebäude war einst eine der ältesten Vorschuleinrichtungen Deutschlands und diente der Ausbildung böhmischer Kinder in Handwerk und Webkunst. Heute zeigt es Ausstellungsstücke aus dem Dorfarchiv und ersetzt den kriegszerstörten historischen Saal. Ebenfalls in der Nähe befindet sich die Magdalenenkirche, die 1877–1879 als neue Predigtstätte für die wachsende böhmische Gemeinde errichtet wurde.

Ein weiteres kulturelles Highlight in der Umgebung ist der Comenius-Garten, eine Grünfläche, die 1992 als Dank der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik für die Aufnahme der Böhmen im 18. Jahrhundert angelegt wurde. Der Garten entstand nach dem Abriss einer ehemaligen Mietskaserne und ist heute eine ruhige Oase zwischen Richardplatz, Kirchgasse und Böhmischer Straße. Seit 2017 wird er vom Karma Kultur e.V. bewirtschaftet und bietet einen Kontrast zur urbanen Umgebung.

Der Böhmische Gottesacker ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Zeugnis der Integration und des kulturellen Erbes der böhmischen Exulanten. Mit seiner historischen Atmosphäre, den gut erhaltenen Grabsteinen und der Verbindung zu anderen bedeutenden Stätten wie der Brüderkirche und dem Museum bietet er Besuchern einen tiefen Einblick in die bewegte Geschichte Berlins. Das Quartiersmanagement Rixdorf unterstützt seit 2021 die Pflege und Aufwertung des Viertels, um diese einzigartige Kulturlandschaft zu bewahren.

Bewertungen

4,8 (21) 4.8 aus 21 Bewertungen (Google)

Auf Google

4,8 (21) 4.8 · 21 Bewertungen auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…