Ausstichgelände Röntgental
Highlights
- Das Ausstichgelände Röntgental ist ein 24,84 ha großes Feuchtgebiet im Ortsteil Zepernick der Gemeinde Panketal.
- Es entstand durch Sandentnahme für den S-Bahn-Bau zwischen 1892 und 1895 und wurde 1940 erstmals unter Naturschutz gestellt.
- Heute dient es als Lebensraum für Amphibien und ist Teil des Naturparks Barnim.
Eigenschaften
Über Ausstichgelände Röntgental
Das Ausstichgelände Röntgental liegt im brandenburgischen Zepernick im Kreis Barnim und gehört zum Naturpark Barnim, der sich über die Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg erstreckt. Diese naturnahe Fläche entstand Ende des 19. Jahrhunderts durch Sandentnahme für den Bau der Berliner S-Bahn und bildet heute ein rund 25 Hektar großes Feuchtgebiet. Es grenzt direkt an den S-Bahnhof Röntgental und verläuft in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnstrecke Berlin–Stettin. Ursprünglich war das Gelände eine künstliche Senke, die im Zuge der Höherlegung der Bahntrasse entstand. Bereits in den Jahren nach der Sandgewinnung siedelten sich seltene Pflanzenarten an, was zu einem frühen Naturschutzinteresse führte.
Heute ist das Gelände ein Naturschutzgebiet, das sich besonders als Lebensraum für Amphibien etabliert hat. Dieser ökologische Zustand ist auch das vorrangige Schutzziel des Gebietes. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das ehemalige Abgrabungsgelände zunehmend zu einem Feuchtbiotop, das von einer natürlichen Vegetation und verschiedenen Tierarten geprägt wird. Im Gegensatz zu gepflegten Landschaften ist das Röntgental eher geprägt von sich selbst überlassener Natur – ein Zustand, der gerade für Naturliebhaber einen besonderen Reiz darstellt.
Das Areal liegt im östlichen Teil des ehemaligen Berliner Mittelbruchs, westlich grenzt direkt das berlinseitige Naturschutzgebiet Mittelbruch an. Beide Flächen sind untrennbarer Bestandteil des Naturparks Barnim, der 1998 gemeinsam von Berlin und Brandenburg ausgewiesen wurde. Im Norden des Geländes befinden sich die ehemaligen Rieselfelder von Hobrechtsfelde, die seit den 1980er Jahren renaturiert wurden. Im Osten grenzen Wohngebiete des Ortsteils Zepernick sowie Kleingartenanlagen an das Naturschutzgebiet. Mitten durch das Areal führt die Buchenallee, ein ehemaliger Teil des Uckermärkischen Heerwegs, heute als reiner Fuß- und Radweg genutzt.
Die Geschichte des Geländes ist eng mit dem Ausbau der Eisenbahninfrastruktur Berlins verknüpft. Im Zuge der Höherlegung der Strecke zwischen Berlin und Bernau wurde in den Jahren um die Jahrhundertwende Erdmaterial direkt vor Ort gewonnen. Diese Maßnahme hinterließ tiefe Einschnitte im Gelände, die sich später zu wertvollen Feuchtstandorten entwickelten. Obwohl das Gebiet zeitweise seinen Naturschutzstatus verlor, wurde es in den 1980er Jahren erneut unter Schutz gestellt – zunächst durch den Rat des Kreises Bernau und später durch einen Beschluss des Bezirkstages Frankfurt (Oder).