bauhaus reuse (BHROX)
Highlights
- BHROX (bauhaus reuse) nutzt wiederverwendete Fassadenelemente aus der Dessauer Bauhaus-Sanierung (1976) für seinen gläsernen Pavillon auf der Ernst-Reuter-Platz-Mittelinsel.
- Seit 2019 als eigenständiges Projekt aktiv, zeigt BHROX Ausstellungen wie *Identita* (2026) zur tschechischen Grafikdesign-Geschichte oder *SOULS OF FUTURE HOMES* (2025).
- Rollstuhlgerechter Zugang und denkmalgerechte Sanierung (Fertigstellung 2026) prägen den modernen Umgang mit Bauhaus-Erbe in Charlottenburg-Wilmersdorf.
Tipps
- Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern die Teilnahme an allen Ausstellungen und Veranstaltungen ohne Hindernisse, inklusive rollstuhlgerechter Wegeführung.
Eigenschaften
BHROX Berlin: Kreative Reuse im Bauhaus-Museum
Das bauhaus reuse (BHROX) in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein lebendiges Zentrum für moderne Kunst, Architektur und experimentelle Kultur. Gegründet als Lehrbaustelle in Zusammenarbeit mit der Knobelsdorffschule Berlin, setzt der Ort auf Nachhaltigkeit und Reuse-Konzepte – ein Prinzip, das sich auch in seiner Architektur widerspiegelt. Der gläserne Pavillon des BHROX entstand aus wiederverwendeten Fassadenelementen des Dessauer Bauhaus, die von der Stiftung Bauhaus Dessau zur Verfügung gestellt wurden. Diese Materialien verweisen auf die historische Verbindung des Bauhaus-Ideals mit zeitgenössischer Praxis und unterstreichen den Anspruch des Ortes, Architektur und Design neu zu denken.
Als Plattform für zeitgenössische Ausstellungen und Diskurse widmet sich das BHROX einer Vielzahl von Themen, die von Grafikdesign über Architektur bis hin zu gesellschaftlichen Konflikten reichen. Besonders hervorzuheben ist die Ausstellung „Im Kreisel des Lichts“, eine immersive Installation, die Licht als gestaltendes Element erforscht. Zudem präsentiert das Zentrum regelmäßig internationale Projekte wie die Wanderausstellung „Identita“, die die komplexe Geschichte des tschechischen Grafikdesigns von der Gründung der Tschechoslowakei bis in die Gegenwart beleuchtet. Kuratiert von renommierten Expert*innen, verbindet diese Schau historische Dokumente mit kritischen Perspektiven auf Design als kulturellen Ausdruck.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit urbanen Räumen und architektonischen Typologien. Die Ausstellung „Garagenhof Stubbenkammerstraße – Bautyp der Moderne“ widmet sich einem oft übersehenen, aber prägenden Element der Moderne: den Garagenhöfen als frühem Infrastruktur-Baustein der Stadtentwicklung. Durch solche Projekte wird das BHROX zu einem Ort, an dem Architekturgeschichte lebendig wird und aktuelle Debatten über Wohnen, Nachhaltigkeit und Stadtplanung geführt werden. Die Kombination aus Ausstellungen, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen macht den Ort zu einem dynamischen Treffpunkt für Künstler*innen, Architekt*innen und interessierte Besucher*innen.
Mit einem barrierefreien Zugang und einem Programm, das von wissenschaftlichen Analysen bis zu experimentellen Performances reicht, richtet sich das BHROX an ein breites Publikum. Ob durch die Auseinandersetzung mit osteuropäischen Designtraditionen in „Stories from around the Non-Aligned“ oder die Reflexion über feministische Perspektiven in „The City Through a Female Lens“ – der Ort zeigt, wie Kunst und Design gesellschaftliche Narrative hinterfragen und neu erzählen. Als Teil des Ernst-Reuter-Platzes verbindet das BHROX historische Architektur mit zeitgenössischer Kreativität und lädt ein, die Moderne aktiv mitzugestalten.
Das BHROX steht damit für eine Kultur des Reuses – nicht nur im materiellen Sinne, sondern auch als Konzept, das Tradition und Innovation verbindet. Durch seine vielseitigen Formate bleibt der Ort ein wichtiger Spielraum für künstlerische und architektonische Experimentierfelder, der Berlin als Schauplatz moderner Kultur bereichert.