DDR-Museumswohnung WBS 70
Highlights
- Die Museumswohnung zeigt eine original erhaltene DDR-Wohnung vom Typ WBS 70 in Hellersdorf.
- Sie wurde 1986 vom VEB Wohnungsbaukombinat Cottbus fertiggestellt und später komplett saniert.
- Heute dient sie als Zeitzeugnis und ist sonntags für Besucher geöffnet.
Tipps
- Bei Besuch der Museumswohnung WBS 70 in Berlin-Marzahn sollte man sich auf eine authentische Zeitreise in die DDR einstellen, inklusive Klingel und Wartezeit.
- In der Wohnung dürfen Besucher auf den Möbeln sitzen, Zeitschriften und Spielzeug anfassen sowie mit Zeitzeugen sprechen, um den Alltag in der DDR hautnah zu erleben.
- Die Ausstattung der 61 Quadratmeter großen Wohnung ist originalgetreu gehalten, bis hin zum Farbfernseher und Alltagsgegenständen aus der DDR-Zeit.
Eigenschaften
Über DDR-Museumswohnung WBS 70
In der Berliner Bezirksgemeinde Marzahn-Hellersdorf befindet sich eine ganz besondere Einrichtung, die nicht nur Architektur- und Wohnkulturinteressierte begeistert: Die DDR-Museumswohnung WBS 70. Diese originale Plattenbauwohnung ist ein authentisches Zeitdokument der ehemaligen DDR und ermöglicht Besucherinnen und Besuchern einen direkten Einblick in das Alltagsleben vor der Wiedervereinigung. Sie repräsentiert den Wohnungsbaustil der 1980er Jahre und wurde bis ins kleinste Detail originalgetreu rekonstruiert – von Möbeln über Haushaltsgegenstände bis hin zu Alltagsutensilien.
Die Museumswohnung befindet sich im ehemaligen „Grabenviertel“, einem der größten Plattenbausiedlungen der DDR. Dort wurden einst rund 1.850 Wohnungen dieses Typs errichtet. Die hier präsentierte WBS 70 ist heute die letzte erhaltene „Platte“ in Originalzustand. Sie wurde 1986 vom VEB Wohnungsbaukombinat Cottbus bezugsfertig gestellt und später von der damaligen Geschäftsführung der STADT UND LAND als lebendiges Museum erhalten. Die vollständige Ausstattung entstand damals durch private Spenden von ehemaligen Mietern sowie aufwendige Sammelarbeit – ein Gemeinschaftsprojekt, das die authentische Atmosphäre bis heute bewahrt.
Ein Besuch der Museumswohnung ist wie eine Zeitreise in die DDR. Die Besucher dürfen nicht nur alles sehen, sondern auch anfassen: Auf den Möbeln sitzen, Zeitschriften durchblättern oder alte Spielzeuge betrachten. Ergänzt wird das Erlebnis durch persönliche Berichte von Zeitzeugen, die vor Ort Fragen gerne beantworten. Besonders Familien nutzen den Sonntagsbesuch, um ihren Kindern zu zeigen, wie das Leben im Osten einst aussah. Die erklärenden Tafeln im Raum verdeutlichen zudem die Lebensrealitäten der Zeit – etwa die hohen Anschaffungskosten eines Farbfernsehers im Vergleich zu niedrigen Mieten.
Im Wohnzimmer ziert ein in der DDR beliebter Kunstdruck den Wandanschlag – „Junges Paar am Strand“ von Walter Womacka – und symbolisiert die damalige offizielle Kunst. Die Küche, das Bad sowie die Schlafzimmer sind vollständig eingerichtet und spiegeln den Alltag einer typischen Familie wider. Die Räume laden dazu ein, zu stöbern, zu staunen und Erinnerungen wachzuwecken. Auch für Film-, Musik- und Fotoproduktionen ist die Wohnung aufgrund ihrer originalen Ausstattung ein gefragter Drehort.
Die Museumswohnung ist ein kulturhistorischer Schatz, der nicht nur DDR-Interessierte anspricht, sondern auch jüngere Generationen für die Vergangenheit sensibilisiert. Mit ihrem hohen Detailreichtum und der besonderen Atmosphäre bietet sie einen einzigartigen Zugang zur ostdeutschen Lebenswelt und trägt dazu bei, die Erinnerung an diese Zeit lebendig zu erhalten.