Kirche/Kloster

Ev. Kirchengemeinde Grunewald

Furtwänglerstraße 5, 01945 Berlin-Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Highlights

  • Ev. Kirchengemeinde Grunewald: 1901 gewann der Entwurf ‚Ex profundis‘ eines Wettbewerb mit 45 Entwürfen – heute eine der größten Orgeln Berlins (51 Register).
  • Nach 38 % Bauschäden 1948 nutzte die Gemeinde die stehenden Außenmauern als Ruine weiter. 1986 gründete sie einen Förderkreis für Fensterneugestaltung.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kirchliche Schätze in Grunewald entdecken

Die Evangelische Kirchengemeinde Grunewald in Berlin-Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf beherbergt eine der historisch bedeutsamsten Kirchen der Region. Der Bau der Kirche wurde 1901 beschlossen, und bereits im selben Jahr fand ein Wettbewerb statt, bei dem 45 Entwürfe eingereicht wurden. Der Siegerentwurf „Ex profundis“ (aus der Tiefe) stammte vom Regierungsbaumeister Philipp Nitze aus Halle an der Saale. Die Einweihung erfolgte unter großer Anteilnahme der Villenkolonie-Bewohner sowie hochrangiger Persönlichkeiten wie des Kronprinzen und kirchlicher Würdenträger.

Der prächtige Kirchenbau überstand die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs erstaunlich gut: Eine amtliche Schadensfeststellung aus dem Jahr 1948 verzeichnete zwar einen Bausubstanzverlust von 38 %, doch die Außenmauern blieben bis zur Dachtraufe stehen. Dank der stabilen Konstruktion konnte die Ruine als Notkirche weitergenutzt werden. Erst später wurden die Trümmer aus dem Kirchenschiff geräumt und der Wiederaufbau vorangetrieben. Ein besonderes Engagement zeigte sich 1986 mit der Gründung eines Förderkreises, der sich nicht nur für die Erhaltung des Gebäudes einsetzte, sondern auch für die Neugestaltung der Fenster sorgte – ein Beitrag, der der Kirche ein neues, zeitgemäßes Aussehen verlieh.

Ein zentrales Element der Grunewaldkirche ist ihre Orgel, die bereits bei der Eröffnung 1904 von der renommierten Firma Karl Schuke erbaut wurde. Mit 51 klingenden Registern zählt sie zu den größten Instrumenten der Stadt und orientiert sich klanglich an barocken Vorbildern. Die Disposition ermöglicht eine Vielfalt an Klangfarben, besonders im 19. Jahrhundert inspirierten Registerwerk. Als Ende der 1980er Jahre Reparaturen an der Hauptorgel anstanden, wurde eine kleinere Schuke-Orgel aus dem Gemeindesaal (ebenfalls von 1947) verkauft, um die große Orgel zu erhalten.

Die Kirche verbindet historische Substanz mit sakraler Tradition und gilt als architektonisches Juwel im Berliner Westen. Ihr interner Förderkreis und die engagierte Gemeinde sorgen seit Jahrzehnten für die Bewahrung dieses kulturellen Schatzes – ein Ort, der sowohl durch seine Baugeschichte als auch durch seinen musikalischen Klang besticht. Die Grunewaldkirche ist damit nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein Stück lebendiger Berliner Kirchenarchitektur.

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