Goldrausch-Künstlerinnen Projekt
Highlights
- Seit 1989 fördert das Goldrausch Künstlerinnenprojekt in Lichtenberg Künstlerinnen durch praxisnahe Qualifizierung und Vernetzung im Kunstbetrieb.
- Das Projekt verbindet künstlerische Arbeit mit Vermittlung von Wissen zu Ausstellung, Katalog und Öffentlichkeitsarbeit – inklusive jährlicher Präsentation.
- Aus dem Seminar entstand ein nachhaltiges Netzwerk, das Künstlerinnen bei Ausstellungen, Projekten und Karrierewegen unterstützt.
Tipps
- Die Ausstellung zeigt künstlerische Arbeiten, die durch strukturierte Kurse und kollektive Prozesse entstanden sind und bieten Einblicke in vielfältige künstlerische Ansätze.
- Ein besonderer Fokus liegt auf der Vernetzung von Künstlerinnen, die durch gemeinsame Projekte und Austauschformate über das Projekt hinaus fortgeführt wird.
- Die Begleitprogramme umfassen Gespräche mit Expertinnen aus dem Kunstfeld sowie praktische Schulungen zu Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation.
Eigenschaften
Goldrausch-Künstlerinnen Lichtenberg – Galerie-Ausflug
Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt im Berliner Bezirk Lichtenberg ist eine seit über drei Jahrzehnten etablierte Plattform für bildende Künstlerinnen, die durch praxisnahe Qualifizierung und Vernetzung künstlerische Handlungsfähigkeit stärkt. Getragen vom 1982 gegründeten Goldrausch Frauennetzwerk Berlin e.V., verbindet das Projekt seit 1989 Kunstförderung mit existenzieller Unterstützung – insbesondere für Frauen, die sich selbstständig machen oder im Kunstbetrieb Fuß fassen möchten. Im Mittelpunkt stehen jährlich durchgeführte Seminare, in denen Teilnehmerinnen nicht nur künstlerische Techniken vertiefen, sondern auch strategische Kompetenzen wie Öffentlichkeitsarbeit, Projektmanagement und die Vermarktung eigener Werke erlernen.
Ein zentrales Element des Projekts ist die jährliche Abschlussausstellung, die die Arbeit der teilnehmenden Künstlerinnen einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Begleitet wird sie von Workshops zu Themen wie Kataloggestaltung, Netzwerkaufbau und künstlerischer Positionierung. Die Ausstellung dient dabei nicht nur der Präsentation, sondern auch der systematischen Vernetzung untereinander – viele Teilnehmerinnen berichten von nachhaltigen Kontakten, die über die Projektzeit hinaus bestehen bleiben. Die Ausstellungen finden in renommierten Räumen wie dem Bethanien oder der St. Matthäus-Kirche statt und werden durch Gesprächsformate mit Kurator:innen, Galerist:innen und Kunstwissenschaftler:innen ergänzt.
Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt zeichnet sich durch eine multidisziplinäre Herangehensweise aus: Neben der künstlerischen Praxis werden auch rechtliche und wirtschaftliche Aspekte des Kunstbetriebs thematisiert – etwa Steuerfragen, Vertragsgestaltung oder die Inszenierung von Ausstellungen. Ehemalige Teilnehmerinnen beschreiben die Erfahrung als prägend für ihre berufliche Orientierung in Berlin und darüber hinaus. Das Projekt fördert zudem partizipative Formate, wie das 2018 koordinierte Stadtteilprojekt *«Open KööK»* in Hamburg, das künstlerische und gesellschaftliche Dialoge initiierte. Durch die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung entsteht ein Raum, der künstlerische Freiheit mit den Anforderungen des Marktes verbindet.
Die Ausstellungen des Projekts sind bekannt für ihre experimentellen Ansätze und die Vielfalt der präsentierten Werke – von Malerei über digitale Kunst bis hin zu performativen Elementen. Beispiele wie die 2016er-Schau *«Fraud, Fake and Fame»* in der St. Matthäus-Kirche oder die 2019er *«Hydra»-Ausstellung* in Lichtenberg zeigen, wie das Projekt aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift und künstlerische Positionen in den Diskurs einbringt. Die Dokumentation der Ausstellungen, inklusive Kataloge und Webpräsenz, wird dabei von Expert:innen wie Hannah Kruse oder Veronika Bartelt mitgestaltet, die selbst in internationalen Kontexten wie dem *Palais de Tokyo* oder *Manifesta* tätig sind.
Für Künstlerinnen bietet das Goldrausch Projekt mehr als nur eine Ausbildungsplattform: Es schafft ein sichere Community, in der sich unterschiedliche künstlerische Sprachen und Lebensentwürfe austauschen können. Ehemalige Teilnehmerinnen betonen die Bedeutung des Netzwerks für ihre weitere Karriere – sei es durch Einladungen zu Ausstellungen, Empfehlungen für Werkvorträge oder den Zugang zu neuen künstlerischen Perspektiven. Das Projekt bleibt damit nicht nur ein Ort der Qualifizierung, sondern ein lebendiger Teil der Berliner Kunstszene, der seit Jahrzehnten als Brückenbauer zwischen künstlerischer Innovation und professioneller Umsetzung fungiert.