Informations- und Begegnungszentrum Königsheide
Highlights
- Das Informations- und Begegnungszentrum Königsheide zeigt eine Dauerausstellung zur Geschichte des DDR-Kinderheims (1953–2000) mit Originaldokumenten, Filmen und Zeitzeugen-Audios.
- Rollstuhlgerechter Zugang und WC ermöglichen barrierefreien Besuch der Ausstellung über das historische Gelände und psychiatrische Klinik der DDR.
- Führungen durchs ehemalige Heimgelände und digitale Inhalte (Touchscreen, Webseiten) ergänzen die Recherche-Ergebnisse zu 725 Jahren Himmelpfort-Geschichte.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch für alle Gäste, inklusive rollstuhlgerechter Wege und eines rollstuhlgerechten Sanitärbereichs.
- Die Dauerausstellung bietet historische Einblicke in die Nutzung der Königsheide als Kinderheim und psychiatrische Klinik der DDR durch Filme, Audiodokumente und Originalquellen.
- Ein interaktiver Touchscreen zeigt einen historischen Zeitstrahl sowie digitale Projekte, die mit lokalen Archiven und Forschungseinrichtungen entstanden sind.
Eigenschaften
Kultur & Museum: Königsheide Berlin-Treptow-Köpenick
Das Informations- und Begegnungszentrum Königsheide in Berlin-Bezirk Treptow-Köpenick ist ein Ort der Erinnerung und des Austauschs, der sich der Aufarbeitung einer einzigartigen, aber lange vergessenen Geschichte widmet. Im Herzen der Königsheide, einem historischen Gelände mit überregionaler Bedeutung, wurde 2018 ein Zentrum eröffnet, das sich der Dokumentation und Vermittlung der Vergangenheit verschrieben hat. Besonders prägend war hier von 1953 bis zur Wende die Nutzung als psychiatrische Kinderklinik der DDR – ein Kapitel, das bis dahin kaum bekannt war und nun erstmals systematisch aufgearbeitet wird.
Die Dauerausstellung, finanziert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, bietet einen einzigartigen Einblick in das Leben und Wirken des Kinderheims. Auf 30 Informationsfahnen werden Ergebnisse aus Recherchen, Zeitzeugengesprächen und Archivstudien präsentiert, die das Gelände und seine Bedeutung für die Region und darüber hinaus beleuchten. Besonders eindrucksvoll sind historische Filmausschnitte auf zwei Screeningflächen sowie eine Hörstation mit originalen Audiodokumenten, die Stimmen der Vergangenheit lebendig werden lassen. Ein interaktiver Touchscreen – unterstützt durch Mittel der Kiezkasse Johannisthal – zeigt einen historischen Zeitstrahl und vernetzt die Ausstellung mit digitalen Projekten, etwa aus der Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität.
Ein besonderer Schatz des Zentrums ist das erhaltene Gästebuch des Kinderheims, das von 1953 bis 1989 Einträge internationaler Besucher dokumentiert. Zudem wurden wertvolle Originaldokumente gerettet, die über Jahrzehnte hinweg die internationale Besucherschar anzogen. Regelmäßige Führungen über das ehemalige Heimgelände ermöglichen es Besuchern, die Geschichte vor Ort zu erleben und die Spuren der Vergangenheit zu entdecken. Das Zentrum ist dabei nicht statisch, sondern entwickelt sich weiter: Neue Erkenntnisse fließen in die Ausstellung ein, und die Zusammenarbeit mit Studierenden der FH Potsdam sowie anderen Institutionen sichert eine kontinuierliche Aufarbeitung.
Neben der Dauerausstellung widmet sich das IBZ Königsheide auch aktuellen Themen und Projekten. So wurde 2023/24 eine Wanderausstellung zum Kinderheim Himmelpfort in der Uckermark gezeigt – ein weiteres Beispiel für die Aufarbeitung von Heimerziehung in der DDR. Die Ausstellung kombinierte persönliche Berichte mit archivbasierten Recherchen und wurde durch digitale Begleitprojekte der Studierenden ergänzt. Das Zentrum versteht sich als Ort des Dialogs: Ob durch Zeitzeugengespräche, historische Führungen oder digitale Vermittlung – hier wird Geschichte lebendig und zum Anlass für Begegnung und Reflexion.
Barrierefreiheit spielt eine zentrale Rolle: Der rollstuhlgerechte Zugang und das rollstuhlgerechte WC machen das Zentrum für alle Besucher zugänglich. Das IBZ Königsheide ist damit nicht nur ein Museum, sondern ein Ort der Begegnung, der Einblicke in eine vergessene Geschichte bietet und gleichzeitig Raum für neue Perspektiven schafft. Wer sich für die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, die Geschichte der Heimerziehung oder die kulturelle Bedeutung der Königsheide interessiert, findet hier einen informativen und anregenden Ort.