Kirche Berlin - Pfarrsprengel Steglitz-Nord
Highlights
- Die Martin-Luther-Kirche in Berlin-Steglitz-Nord ist der letzte vor dem Zweiten Weltkrieg fertiggestellte Kirchenbau in Berlin.
- Sie wurde 1936 nach Entwürfen von Fritz Schupp und Martin Kremmer im Stil der Neuen Sachlichkeit eingeweiht.
- Der Gemeindesaal diente bereits 1933 provisorisch als Gottesdienstraum, das Dach wurde 1944 durch Luftangriffe beschädigt.
Tipps
- Die Martin-Luther-Kirche in Lichterfelde ist ein geschichtsträchtiger Kirchenbau aus dem Jahr 1936 und steht unter Denkmalschutz.
- Der Gemeindesaal kann für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen genutzt werden.
- Die Architektur folgt dem Stil der Neuen Sachlichkeit mit klaren Linien und viel Licht im Innenraum.
Eigenschaften
Über Kirche Berlin - Pfarrsprengel Steglitz-Nord
Die Martin-Luther-Kirche befindet sich im Berliner Ortsteil Lichterfelde und gehört heute zum Pfarrsprengel Steglitz-Nord innerhalb des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Sie gilt als letzter vor dem Zweiten Weltkrieg vollendeter Kirchenbau in Berlin. Die Planung und Realisierung fielen in eine Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit, was sich auf den Baufortschritt auswirkte. Der Entwurf stammt von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, die im Stil der Neuen Sachlichkeit eine helle und schlichte Kirchenarchitektur schufen. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz und zeugt von der Baukultur der frühen 1930er Jahre.
Der Grundstein für die Kirche wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg gelegt, doch der tatsächliche Baubeginn verzögerte sich aufgrund verschiedener Umstände. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten des Geländes wurde entschieden, einen Gemeindesaal unterhalb der Kirche zu errichten. Die Arbeiten begannen 1930, mussten jedoch bereits kurz darauf wegen der Wirtschaftskrise unterbrochen werden. Dennoch gelang es, den Gemeindesaal bereits in den frühen 1930er Jahren für Gottesdienste zu nutzen. Die offizielle Einweihung der Kirche erfolgte einige Jahre später, nachdem der Innenausbau weitgehend abgeschlossen war.
Während der nationalsozialistischen Zeit spielte die Martin-Luther-Kirche eine Rolle innerhalb der Bekennenden Kirche. Sie diente unter anderem als Ort für theologische Prüfungen und bot einen Raum für kirchliche Widerstandsaktivitäten. Im Zuge des Krieges wurden die Kirchenglocken 1940 für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Auch alliierte Bombenangriffe verursachten erhebliche Schäden am Dach, wodurch Gottesdienste zeitweise wieder in den Gemeindesaal verlegt werden mussten. Eine notdürftige Instandsetzung ermöglichte 1947 die erneute Nutzung des Kirchenraums.
Die kirchliche Gemeinde entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte weiter. In den 1950er Jahren wurde die Martin-Luther-Gemeinde eigenständig. Später fusionierte sie mit weiteren Gemeinden des Stadtteils zu einem größeren Pfarrsprengel, der schließlich als Pfarrsprengel Steglitz-Nord organisiert wurde. Die Kirche bleibt bis heute ein geistliches und architektonisches Zentrum in Lichterfelde und steht für die kontinuierliche Geschichte evangelischen Glaubens in diesem Teil Berlins.