Denkmal/Gedenkstätte

Museum Berlin-Karlshorst

Zwieseler Str. 4, 10318 Bezirk Lichtenberg

Highlights

  • Das Museum Berlin-Karlshorst zeigt die deutsche Kriegführung und sowjetische Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg in der Dauerausstellung ‚Deutschland und die Sowjetunion‘.
  • Einzigartiger Ort der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht 1945 – dokumentiert im Museumsgarten mit Open-Air-Ausstellung zu den vier Siegermächten.
  • Rollstuhlgerechter Zugang inkl. Parkplatz und WC; Sonderausstellungen wie ‚Riss durch Europa‘ und ‚Blockierte Sieger – geteiltes Berlin‘ ergänzen das Programm.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt ins Museum.
  • Im Außenbereich befindet sich eine Open-Air-Ausstellung zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945.
  • Führungen bieten einen strukturierten Einblick in die historische Bedeutung des Ortes als Ort der deutschen Kapitulation 1945.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Berlin-Karlshorst: Museum Lichtenberg

Das Museum Berlin-Karlshorst im Bezirk Lichtenberg ist ein einzigartiger Ort der Erinnerung und ein zentraler Gedenkort für die deutsche Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs. Als eines der bedeutendsten Museen seiner Art in Deutschland widmet es sich der Aufarbeitung der historischen Ereignisse zwischen Deutschland und der Sowjetunion während des Krieges. Die Dauerausstellung im Obergeschoss beleuchtet sowohl die verbrecherische deutsche Kriegführung und Besatzungsherrschaft als auch die sowjetische Gesellschaft im Krieg – ein zentraler Fokus liegt dabei auf dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, der hier erstmals in einer dauerhaften Ausstellung thematisiert wird.

Besonderes Augenmerk liegt auf der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945, die im Museumsgarten in einer Open-Air-Ausstellung nachvollzogen wird. Hier sind die historischen Schauplätze der Unterzeichnung durch die vier Siegermächte – Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich – originalgetreu rekonstruiert. Die Ausstellung „1941“ erinnert zudem an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion und zeigt originale Dokumente, darunter den letzten Brief aus dem ukrainischen Kamjanez-Podilskyj, der heute im Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg in Kyjiw aufbewahrt wird.

Das Museum bietet ein vielfältiges Begleitprogramm, das über reine Ausstellungen hinausgeht. Geführte Touren, Workshops für Jugendliche und spezielle Entdeckungstouren zu historischen Fotografien laden zum aktiven Erleben ein. Regelmäßig finden Sonderausstellungen wie „Riss durch Europa“ oder „Blockierte Sieger – geteiltes Berlin“ statt, die aktuelle historische Fragestellungen aufgreifen. Zudem engagiert sich das Museum in der internationalen Zusammenarbeit, etwa durch die Unterstützung ukrainischer Archive und Museen nach dem russischen Überfall 2022. Die barrierefreie Gestaltung – mit rollstuhlgerechtem Zugang, Parkplatz und WC – macht das Haus für alle Besucher zugänglich.

Seit seiner Gründung 1991 wurde das Museum durch eine deutsch-russische Expertenkommission konzipiert und 2013 grundlegend überarbeitet. Als einziges Museum in Deutschland erinnert es an den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und setzt sich mit den Folgen für die betroffenen Regionen auseinander. Neben der Dauerausstellung präsentiert das Haus regelmäßig Kunstinstallationen, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, die historische und zeitgenössische Perspektiven verbinden. So wird das Museum nicht nur zu einem Ort der Erinnerung, sondern auch zu einem lebendigen Diskussionsraum über die Verantwortung für die Vergangenheit.

Für Besucher, die sich vertieft mit der Geschichte auseinandersetzen möchten, stehen umfassende Publikationen wie Kataloge und Museumshefte zur Verfügung. Diese begleitenden Materialien bieten vertiefende Einblicke in die Ausstellungen und Themen des Hauses. Durch sein einzigartiges Profil und sein Engagement für historische Aufklärung bleibt das Museum Berlin-Karlshorst ein unverzichtbarer Ort der Reflexion über die Folgen des Zweiten Weltkriegs – besonders für den Bezirk Lichtenberg und die Region Berlin.

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