Museum

RomaniPhen Archiv

Karl-Kunger-Straße 17, 12435 Berlin-Bezirk Treptow-Köpenick

Highlights

  • Archiv dokumentiert seit 2009 Kämpfe und Initiativen von Rom*nja/Sinti*zze mit Fokus auf Feminismus und Selbstbestimmung.
  • Ausstellungen zeigen Widerstand nach 1945 sowie feministische Romani-Projekte seit den 1990er Jahren.
  • RomaniPhen verbindet „Schwester“-Bezug mit Kultur/Geschichte der Rom*nja und bietet individuelle Bildungsformate.

Tipps

  • Die Ausstellungen thematisieren den Widerstand und die Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze ab 1945 und zeigen deren historische Kontinuitäten bis in die Gegenwart.
  • Ein Fokus liegt auf feministischen Initiativen der Rom*nja, die seit den 1990er Jahren Selbstbestimmung und Sichtbarkeit in der Gesellschaft einfordern.
  • Termine und Inhalte lassen sich individuell abstimmen, sodass spezifische Interessen oder Bedarfe in die Besuche einbezogen werden können.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur-Ausflug: RomaniPhen Archiv Berlin-Treptow-Köpenick

Das RomaniPhen Archiv im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist ein einzigartiges kulturelles Zentrum, das sich der Dokumentation, Aufklärung und Sichtbarmachung der Geschichte, Kultur und politischen Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze widmet. Gegründet aus der Initiative der Frauengruppe IniRromnja, die bereits seit 2009 aktiv ist, versteht sich das Archiv als feministisch geprägter Ort der Erinnerung. Der Name RomaniPhen verbindet dabei zwei zentrale Aspekte: Er bezieht sich auf die „RomaniSchwester“ – als Symbol für die Bedeutung von Frauen in der Gemeinschaft – und auf die Kultur, Sprache und Geschichte der Rom*nja, die hier systematisch gesammelt und vermittelt werden.

Das RomaniPhen Archiv setzt sich insbesondere mit den Nachwirkungen des Nationalsozialismus und dem anhaltenden Kampf für Anerkennung auseinander. Die Ausstellung beleuchtet den Widerstand und die vielfältigen Formen des politischen Engagements von Rom*nja und Sinti*zze seit 1945, die bis heute für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung kämpfen. Dabei werden auch feministische Initiativen der 1990er Jahre thematisiert, die neue Perspektiven auf Repräsentation und Partizipation eröffneten. Durch gezielte Ausstellungen und Veranstaltungen wird die komplexe Geschichte der Minderheiten in den Fokus gerückt – immer mit dem Ziel, strukturelle Benachteiligungen sichtbar zu machen und Gegenöffentlichkeiten zu schaffen.

Besonderer Wert wird auf interaktive und partizipative Formate gelegt. Ob durch geführte Touren wie die Romnja Power Walking Tour oder spezielle Archivführungen, die sich an individuelle Interessen anpassen lassen: Das RomaniPhen Archiv lädt dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern aktiv mitzugestalten. Die Räume dienen als Ort des Austauschs, an dem Wissen weitergegeben und neue Narrative entwickelt werden – stets mit dem Fokus auf Empowerment und kollektive Erinnerungskultur. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Archivarbeit, Kunst und feministischen Diskursen, die das Archiv zu einem lebendigen Gegenentwurf zu marginalisierenden Erzählungen macht.

Als feministisch geführtes Projekt steht das RomaniPhen Archiv in der Tradition einer dekolonialen und intersektionalen Geschichtsschreibung. Es zeigt, wie die Geschichte der Rom*nja und Sinti*zze oft aus weißen, männlich dominierten Erzählmustern ausgeklammert wurde – und wie wichtig es ist, diese Lücken zu füllen. Durch die Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Aktivist*innen und lokalen Communities entsteht ein dynamisches Netzwerk, das über Berlin-Treptow-Köpenick hinauswirkt. Wer sich für Minderheitenkulturen, Widerstandsgeschichten oder feministische Archive interessiert, findet hier einen inspirierenden Ort, an dem Geschichte nicht nur gelesen, sondern erlebt wird.

Das RomaniPhen Archiv ist damit mehr als eine Sammlung von Dokumenten: Es ist ein Ort der Erinnerung, des Lernens und des Handelns, der zeigt, wie Archivarbeit als Werkzeug der Befreiung genutzt werden kann. Durch seine offene und einladende Haltung trägt es dazu bei, die Stimmen der Rom*nja und Sinti*zze hörbar zu machen – und damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Versöhnung und zum Abbau von Vorurteilen zu leisten. Für alle, die sich für kulturelle Vielfalt und soziale Gerechtigkeit engagieren, ist es ein unverzichtbarer Anlaufpunkt im Berliner Kulturlandschaft.

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