Denkmal/Gedenkstätte

Steinsäule: Station Kottmar der Königlich Sächsischen Triangulierung von 1864

Triangulationssäule Kottmar, 02739 Kottmar

Highlights

  • 1864 errichtete die Königlich Sächsische Triangulierung hier Station Kottmar als Teil eines trigonometrischen Netzes für Landesvermessung.
  • Die Steinsäule markiert einen Punkt des historischen Vermessungsnetzes – heute unter Denkmalschutz als technisches Kulturdenkmal.
  • Nach Zerstörung 1868 wurde die Säule als Ziegelpfeiler neu aufgestellt, nahe dem Monumentberg wiederhergestellt.

Tipps

  • Die Umgebung der Station bietet durch die Nähe zu Aussichtspunkten die Möglichkeit, die historische Vermessung mit der heutigen Landschaftsstruktur zu vergleichen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Steinsäule Kottmar – Königlich Sächsische Triangulierung 1864

Die Steinsäule „Station Kottmar“ ist ein bedeutendes technisches Denkmal der Königlich Sächsischen Triangulierung, einer systematischen Landesvermessung, die zwischen 1862 und 1890 im Königreich Sachsen durchgeführt wurde. Im Rahmen dieses Projekts entstanden zwei trigonometrische Dreiecksnetze, die bis heute als Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung gelten. Die Vermessungssäulen dienten als feste Referenzpunkte für die präzise Kartierung des Landes und bildeten die Grundlage für moderne topografische Darstellungen.

Die Station Kottmar gehört zu den erhaltenen Säulen der ersten Ordnung, die besonders hohe Genauigkeit erforderten. Ursprünglich wurde hier eine Steinsäule errichtet, die jedoch 1868 durch Sturmfolgen beschädigt wurde. Als Ersatz entstand ein Ziegelsteinpfeiler an einem leicht veränderten Standort, der heute nahe dem Monumentberg wiederaufgestellt ist. Die Säule ist Teil eines komplexen Netzes von Vermessungspunkten, die das gesamte Königreich Sachsen abdeckten und später auch in internationale Gradmessungsprojekte einflossen.

Die Bedeutung der Triangulierungssäulen liegt nicht nur in ihrer technischen Funktion, sondern auch in ihrer historischen Kontinuität. Während viele andere Vermessungspunkte im Laufe der Zeit verändert oder entfernt wurden, blieben die sächsischen Säulen weitgehend an ihren ursprünglichen Standorten erhalten. Sie dokumentieren die wissenschaftliche und administrative Leistung des 19. Jahrhunderts und sind heute Zeugen der Entwicklung moderner Kartografie. Die Station Kottmar bietet somit einen Einblick in die präzise Vermessungstechnik einer Zeit, in der Genauigkeit und Systematik die Grundlage für wirtschaftliche und militärische Planung bildeten.

Für Geschichtsinteressierte und Technikbegeisterte ist die Steinsäule ein faszinierendes Relikt, das die Verbindung zwischen Wissenschaft, Landesverwaltung und regionaler Identität verdeutlicht. Die Säulen des sächsischen Triangulationsnetzes stehen heute unter Denkmalschutz und sind als Technische Denkmale geschützt. Sie erinnern daran, wie systematische Vermessungen die Grundlage für heutige Kartenwerke, Infrastrukturprojekte und wissenschaftliche Studien legten – ein Erbe, das bis in die Gegenwart nachwirkt.

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