Denkmal/Gedenkstätte

Karl Amborn

Kirchgasse 15, 63065 Offenbach am Main

Highlights

  • Karl Amborn war ein jüdischer Unternehmer in Offenbach, der 1938 durch die NSDAP unter Druck gesetzt wurde.
  • Seine Firma musste er unter Wert an einen „arischen Unternehmer“ abgeben.
  • Er wurde 1938 kurzzeitig in das KZ Buchenwald deportiert und emigrierte später allein nach Argentinien.

Tipps

  • Besucher können den Stolperstein von Josef Kupczyk am August-Bebel-Ring 10 finden und sich über seine Geschichte als Unternehmer und Emigrant informieren.
  • Die Geschichtswerkstatt Offenbach bietet weitere Hintergründe zur NS-Verfolgung jüdischer Bürger in der Stadt.
  • Ein Besuch lohnt auch für die Erinnerung an die Familie Kupczyk und deren Schicksal im Nationalsozialismus.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Karl Amborn

Der Denkmalträger „Karl Amborn“ in Offenbach am Main erinnert an eine bedeutende, jedoch von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft geprägte Geschichte. Die Gedenkstätte ist Teil des Projekts „Stolpersteine in Offenbach“, das Schicksale jüdischer Bürgerinnen und Bürger sichtbar macht, die während der NS-Zeit verfolgt, entrechtet und vertrieben wurden. Karl Amborn selbst war ein in Offenbach lebender Unternehmer jüdischen Glaubens, der für seine unternehmerischen Leistungen über die Stadt hinaus bekannt war. Seine Firma spielte eine wichtige Rolle in der regionalen Wirtschaft und trug zur Entwicklung von Förderanlagen in Deutschland bei.

Wie viele andere jüdische Unternehmer seiner Zeit wurde Karl Amborn im Zuge der sogenannten „Arisierung“ gezwungen, sein Unternehmen unter massivem Druck und weit unter Wert an sogenannte „arische“ Geschäftsleute abzutreten. Diese wirtschaftliche Entrechtung war Teil eines systematischen Vorgehens der nationalsozialistischen Machthaber, jüdische Bürger um ihre Existenzgrundlagen zu bringen. Neben wirtschaftlichen Repressalien wurden auch die privaten Lebensbereiche der Betroffenen durch die NSDAP massiv beeinträchtigt. Auch das Wohnhaus von Karl Amborn wurde im November 1938 während der sogenannten Reichskristallnacht durch Parteigänger gestürmt, die Familie bedroht und das Innere des Hauses zerstört.

Nach seiner Verhaftung wurde Karl Amborn zunächst in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert, wo er unter unmenschlichen Bedingungen interniert war. Erst nach Zahlung hoher Summen und der Übergabe seines Fahrzeugs wurde er entlassen. Die wirtschaftlichen und psychischen Folgen der Verfolgung machten eine Flucht ins Exil notwendig. Karl Amborn gelang es schließlich, ein Visum für Argentinien zu erhalten, wohin er allein emigrierte. Seine Familie blieb zunächst in Offenbach zurück und geriet unter erheblichen sozialen und finanziellen Druck. Die Kinder durften ihre Ausbildung nicht fortsetzen und wurden später zur Zwangsarbeit verpflichtet. Die gesamte Familie wurde durch die nationalsozialistischen Rassen- und Verfolgungsgesetze massiv benachteiligt und isoliert.

Die Erinnerung an Karl Amborn und seine Familie steht exemplarisch für die Schicksale vieler jüdischer Bürger in Offenbach. Die Gedenkstätte dokumentiert nicht nur das individuelle Schicksal, sondern auch die systematische Entrechtung und Vernichtung jüdischer Leben unter dem NS-Regime. Heute dient der Ort als Mahnmal und Zeugnis einer Zeit, in der Freiheit, Menschenwürde und bürgerliche Rechte mit brutaler Konsequenz zerstört wurden. Die Geschichte wird durch die Geschichtswerkstatt Offenbach erforscht und öffentlich gemacht, um das Gedenken an die Opfer lebendig zu halten.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…