Theobald Sturm
Highlights
- Theobald Sturm war ein jüdischer Unternehmer in Offenbach, der 1938 durch NS-Druck seine Firma verlieren musste.
- Sein Wohnhaus wurde 1938 von Nazis gestürmt, er selbst deportiert und später nach Argentinien emigriert.
- Seine Familie blieb in Deutschland zurück und geriet unter schwerste Bedingungen, während er im Exil starb.
Tipps
- Besucher finden das ehemalige Wohnhaus von Josef Kupczyk im August-Bebel-Ring 10, heute Gedenkort mit Stolperstein.
- Die Geschichtswerkstatt bietet Informationen zur jüdischen Unternehmerfamilie und deren Verfolgung.
- Ein Besuch lohnt zur Auseinandersetzung mit lokaler NS-Zeitgeschichte und Widerstand.
Eigenschaften
Über Theobald Sturm
Der Theobald Sturm ist eine historische Gedenkstätte in Offenbach am Main, die an das Schicksal jüdischer Bürgerinnen und Bürger erinnert, die während der nationalsozialistischen Zeit verfolgt und Entrechtet wurden. Benannt nach Theobald Sturm, einem Offenbacher Unternehmer jüdischen Glaubens, steht die Gedenkstätte exemplarisch für das Wirken und Leiden vieler Familien, die einst tief in der Stadt verwurzelt waren und durch NS-Verbrechen aus ihrem Leben gerissen wurden. Die genaue Lebensgeschichte von Theobald Sturm ist nicht abschließend dokumentiert, doch sein Name verweist auf die zentrale Rolle von Unternehmern jüdischer Herkunft in der Entwicklung der Stadt.
Die Verfolgung begann mit wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlicher Ausgrenzung, ehe es zur Entreignung und schließlich zur Deportation kam. Viele jüdische Familien, darunter auch solche, die in der Nachbarschaft des August-Bebel-Rings lebten, sahen sich gezwungen, ihre Häuser und Unternehmen unter massivem Druck zu veräußern oder wurden gänzlich entrechtet. Wohnhäuser wurden durchsucht und zerstört, Familienangehörige verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Die Emigration wurde zur einzigen Möglichkeit, dem Terror zu entkommen, doch oft gelang sie nur unter erheblichen Verlusten und trennte Familien für immer.
Die Gedenkstätte erinnert nicht nur an das individuelle Schicksal von Theobald Sturm, sondern auch an die kollektive Erinnerung der jüdischen Gemeinschaft in Offenbach. Sie dokumentiert die tiefe Verstrickung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in das bürgerliche Leben und verdeutlicht, wie abrupt und grundlegend die Lebensrealität vieler Menschen durch ideologisch motivierte Verfolgung zerstört wurde. Die Geschichte wird durch zeitgenössische Dokumente, Erinnerungen und Forschungsergebnisse lebendig, die in der Geschichtswerkstatt Offenbach gesammelt und aufgearbeitet werden.
Als Teil der Stolpersteine und Gedenkorte in der Stadt fungiert der Theobald Sturm als Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Er trägt dazu bei, das Gedenken an die NS-Verbrechen lebendig zu halten und die historische Verantwortung der Gesellschaft wahrzunehmen. Die Gedenkstätte ist ein Ort der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte die Ereignisse nicht zu vergessen und ihre Lehren für die Gegenwart zu ziehen.