Denkmal/Gedenkstätte

Stieleiche Greiten-Jopes

Am Olpebach 4, 57399 Kirchhundem-Benolpe

Highlights

  • Die Stieleiche Greiten-Jopes in Kirchhundem-Benolpe ist seit 1728 neben einem Fachwerkhaus gewachsen und zählt zu den ältesten Bäumen der Region.
  • Industrielle Entwicklungen wie die Lenne-Sieg-Straße (1844–47) und die Ruhr-Sieg-Bahn (1858–61) umgaben die Eiche, doch sie überlebte als lebendiges Zeugnis der Natur.

Tipps

  • Der barrierefreie Weg führt direkt zum Naturdenkmal und ermöglicht auch Rollstuhlfahrern sowie Personen mit Gehbehinderung einen ungehinderten Zugang zur Stieleiche.
  • Die Lenne-Sieg-Straße und die angrenzende Bahntrasse prägen die Umgebung seit dem 19. Jahrhundert und bieten Einblicke in die historische Infrastruktur der Region.
  • Die Stieleiche dient als Lebensraum für zahlreiche Tierarten, darunter Insekten, Vögel und Kleinsäuger, was ihre ökologische Bedeutung für die lokale Biodiversität unterstreicht.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Stieleiche Greiten-Jopes – Kulturdenkmal Kirchhundem-Benolpe

Die Stieleiche Greiten-Jopes in Kirchhundem-Benolpe ist ein beeindruckendes Naturdenkmal, das seit Jahrhunderten als lebendiges Zeugnis regionaler Geschichte und ökologischer Vielfalt gilt. Als mächtige Eiche (*Quercus robur*) entstand sie vor fast 300 Jahren in unmittelbarer Nähe zu einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1728 – ein Symbol für die enge Verbindung von Natur und menschlicher Besiedlung in dieser ländlichen Region. Ihre Wurzeln reichen tief in die Traditionen Benolpes, das bereits im 14. Jahrhundert urkundlich als „Bennoilpe“ erwähnt wurde und damals drei Höfe umfasste. Die Eiche wuchs in einer Zeit, als die Region von Handwerk wie der Leineweberei, Gerberei und Köhlerei geprägt war, und überdauerte später die tiefgreifenden Veränderungen durch die Industrialisierung.

Besonders markant ist die Entwicklung der Umgebung seit dem 19. Jahrhundert: Mit dem Bau der Lenne-Sieg-Straße (1844–1847) und der Ruhr-Sieg-Strecke (1858–1861) wurde Benolpe in das Eisenbahnnetz integriert, was die Lebensbedingungen der Bevölkerung revolutionierte. Doch während diese Fortschritte das Dorf nachhaltig prägten, stand die Eiche selbst vor der Kippe – bis das Bewusstsein für Naturschutz wuchs. 1989 wurde die Stieleiche als „Baum des Jahres“ ausgezeichnet, und zehn Jahre später unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem ist sie vor Abholzung geschützt und dient als vitaler Lebensraum für Insekten, Vögel und Nagetiere, die von ihrer artenreichen Rinde und ihrem Blätterdach profitieren.

Die Greiten-Jopes-Eiche ist nicht nur ein Einzelphänomen, sondern verweist auf die historische Struktur des Ortes: Benolpe lag an der Schnittstelle zwischen kurkölnischem Einfluss und der sich entwickelnden Infrastruktur des Sauerlandes. Die Nähe zur Biggesee-Region und zum Wildpark Oberhundem unterstreicht zudem ihren Standort in einer landschaftlich reizvollen Umgebung, die Wanderer und Naturliebhaber gleichermaßen anzieht. Als eines der wenigen erhaltenen Naturdenkmäler dieser Art verkörpert die Eiche die Widerstandsfähigkeit der Natur – und erinnert daran, wie fragil solche Biotope trotz ihrer scheinbaren Robustheit sind.

Für Besucher bietet die Stieleiche Greiten-Jopes eine einzigartige Gelegenheit, Geschichte und Ökologie hautnah zu erleben. Ihr massiver Stamm und das weit ausgreifende Kronendach machen sie zu einem Fotomotiv von besonderer Wirkung, während ihr Schutzstatus sie zu einem Ort der Reflexion über nachhaltige Entwicklung macht. Inmitten der Fachwerkhäuser und historischen Wege Benolpes steht sie als stummer Zeuge vergangener Epochen – und als lebendiges Mahnmal für den Erhalt unserer natürlichen Erbe.

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