Denkmal/Gedenkstätte

Schloss Oranienbaum

Schloßstraße 9a, 06785 Oranienbaum-Wörlitz

Highlights

  • Schloss Oranienbaum ist ein holländisch geprägtes Architekturensemble aus dem 17. Jahrhundert.
  • Die Anlage umfasst Schloss, Park und das einzig erhaltene Englisch-chinesische Gartenensemble in Deutschland.
  • Heute können Besucher*innen geführte Touren durch das Schloss und den Park außerhalb der regulären Öffnungszeiten buchen.

Tipps

  • Schlossführungen finden stündlich zwischen 10 und 16 Uhr statt, letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.
  • Der Schlosspark ist ganzjährig kostenfrei geöffnet und lädt mit Schattenplätzen zum Verweilen ein.
  • Radfahrer finden vor Ort einen Radstellplatz, der Rundgang durch den Park ist jederzeit möglich.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Schloss Oranienbaum

Das Schloss Oranienbaum in Oranienbaum-Wörlitz ist eine barocke Schlossanlage mit holländischem Charakter und zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe „Gartenreich Dessau-Wörlitz“. Errichtet wurde das Schloss ab dem späten 17. Jahrhundert als Sommerresidenz für Henriette Catharina, geborene Prinzessin aus dem Haus Oranien-Nassau und Gemahlin des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau. Nach dem Tod ihres Gatten ließ sie den Bau ab 1693 zu einem repräsentativen Witwensitz ausbauen. Der niederländische Einfluss zeigt sich nicht nur im äußeren Erscheinungsbild, sondern auch in der städtebaulichen Planung und im Gartenentwurf, die eng mit der Schlossanlage verzahnt sind.

Der Baumeister Cornelis Ryckwaert, ein Landsmann der Prinzessin, trug entscheidend zur holländischen Prägung des Schlosses bei. Ursprünglich umfasste das Ensemble auch die planmäßige Anlage einer Stadt sowie eines 28 Hektar großen Schlossgartens nach niederländischem Vorbild. Die Innenausstattung zeichnete sich durch kostbare Ledertapeten, Fayencen und Gemälde aus. Heute sind Räume wie der Fliesenkeller, der Ledertapetensaal und der Spiegelkristallsaal mit Arbeiten des niederländischen Glaskünstlers Bernhard Heesen erhalten und bezeugen den damaligen Glanz des Hauses. Im Zuge der Zeit wurde das Schloss nur noch gelegentlich genutzt, bis Fürst Franz es in den 1780er Jahren wiederentdeckte und in chinesischem Stil umgestaltete.

Ein besonderes Element des Schlossparks ist der ehemalige barocke Inselgarten, der später in einen Englisch-chinesischen Landschaftsgarten umgewandelt wurde. Damit gilt er als der einzige erhaltene Garten dieser Art in Deutschland. In der idyllischen Insellandschaft dominieren Bogenbrücken, Findlinge sowie das aufwändig restaurierte Chinesische Haus und eine fünfgeschossige Pagode. Seit 1812 beherbergt eine der längsten Orangerien Europas Zitruspflanzen, die noch heute im Sommer den Park zieren. Die Orangerie ist ununterbrochen in Nutzung und bildet ein markantes Zeichen für die Herkunft der Stifterin Henriette Catharina.

Das Schloss befindet sich seit Jahren in einem kontinuierlichen Sanierungsprozess, weshalb der Zugang zu den Räumen nur im Rahmen von Führungen möglich ist. Dies erlaubt dennoch Einblicke in den Fortschritt der Restaurierung, darunter Erfolge wie der Ledertapetensaal, die darüber liegenden Zimmer sowie der nördliche Pavillon mit dem TabakCollegium. Letzteres zeigt in historischen Räumen die von Henriette Catharina initiierte Tabakproduktion. Der Schlosspark ist das ganze Jahr über geöffnet und lädt mit weitläufigen Rasenflächen, Schattenplätzen und kunstvoll angelegten Gartensegmenten zu Spaziergängen ein. Ein Radstellplatz ist vorhanden, wobei das Gelände im Inneren des Parks teilweise zu Fuß erkundet werden sollte.

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