Berggut Oschatz
Highlights
- Denkmalgeschütztes Herrenhaus mit markanter Fassade und Stützpfeilern, seit 2011 Privatbesitz des Künstlers Jirka Pfahl für ortsspezifische Ausstellungen.
- Rollstuhlgerechter Parkplatz; seit 2023 kuratiert Pfahl mit Laura Bierau zeitgenössische Kunst im historischen Gebäude mit Panoramablick auf Kirche und Park.
- Parallelausstellungen seit 2025; Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Schenkung Sammlung Hoffmann im Rahmen der Reihe ‚Ortsgespräche‘.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Parkplatz ermöglicht eine barrierefreie Anreise zum Berggut Oschatz.
- Die historischen Stützpfeiler an der Hangseite prägen das markante Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes.
- Die wechselnden Ausstellungen bieten Einblicke in zeitgenössische Kunst und ortsspezifische Projekte mit interaktiven Elementen.
Eigenschaften
Kultur-Ausflug Berggut Oschatz entdecken
Das Berggut Oschatz ist ein historisch bedeutsames und künstlerisch lebendiges Juwel im Herzen von Oschatz. Das denkmalgeschützte Gebäude war einst das Herrenhaus einer Gutsanlage und spiegelt mit seiner markanten Fassade und den gemauerten Stützpfeilern zur Hangseite die architektonische Entwicklung über die Jahrhunderte wider. Besonders beeindruckend ist der Panoramablick von der Nordseite, der sich über den O-Schatz-Park bis hin zu den Türmen der Kirche St. X erstreckt. Seit 2011 steht das Gut im Privatbesitz des Künstlers Jirka Pfahl, der sich dem Erhalt des Gebäudes und der Etablierung eines ortsspezifischen Kulturprogramms verschrieben hat.
Seit 2019 dient das Berggut als Ort für wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, die von lokalen wie internationalen Künstler*innen geprägt sind. Bis 2022 kuratierte die Künstlerin Beschow Ausstellungen mit Werken von Peggy Pehl, Claudia Lemke und Rahel Pötsch, darunter auch ungewöhnliche Formate wie die „kälteste Ausstellung des Jahres“. Ein besonderes Highlight war 2021 die Kunstroute Horse With No Name, ein Mini-Festival in Kooperation mit drei weiteren Ausstellungsräumen in Sachsen, das die ländliche Kunstlandschaft neu belebt hat. Seit 2023 übernehmen Jirka Pfahl und die Kulturvermittlerin Laura Bierau die künstlerische Leitung und setzen das Programm fort – etwa mit der Publikation Sammlung Hobbyshop, die die Geschichte des unkommerziellen Ausstellungsraums dokumentiert.
Das Berggut Oschatz ist nicht nur ein Ort für Kunst, sondern auch für Begegnung und Dialog. Die Räumlichkeiten laden Besucher*innen ein, sich mit den Ausstellungen auseinanderzusetzen und über die Werke ins Gespräch zu kommen. Als fester Bestandteil des Tages des Offenen Denkmals zeigt das Gut regelmäßig seine historische Substanz und verbindet sie mit innovativen künstlerischen Ansätzen. Unterstützt wird das Programm u. a. durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die die Umsetzung besonderer Projekte ermöglicht.
Im September 2025 präsentiert das Berggut erstmals zwei parallele Ausstellungen, die zeitgenössische Kunst mit lokalem Bezug verbinden. Eine davon widmet sich dem Projekt Platform A aus Middlesbrough, das mit interaktiven Elementen und molekularen Strukturen experimentiert, während die andere – im Rahmen der Reihe Ortsgespräche der Schenkung Sammlung Hoffmann – Werke aus dem Sammlungsbestand mit neuen Positionen von Künstler*innen wie Andreas Grahl, Ulrike Mundt oder Christoph Ruckhäberle in Dialog setzt. Die Ausstellung zeigt, wie Kunstwerke durch kontextuelle Auseinandersetzungen neue Bedeutungsebenen erschließen und traditionelle Kunstgeschichten hinterfragen.
Mit seiner einzigartigen Mischung aus historischer Architektur, innovativem Ausstellungsprogramm und offener Dialogkultur ist das Berggut Oschatz ein unverzichtbarer Ort für Kulturbegeisterte in der Region. Ob als Denkort, Experimentierfeld oder Ort der Begegnung – das Gut beweist, dass Kunst auch im ländlichen Raum lebendig und vielfältig sein kann.