Rotes Häuschen
Highlights
- Ursprünglich von der Winzerfamilie Knierim errichtet, später von Karl Glaser erworben, dient es heute als kulturhistorisches Denkmal.
- Nach umfangreicher Sanierung in 2018/19 wurde der Turm 2019 feierlich eingeweiht, ist aber aufgrund baulicher Mängel nicht mehr begehbar.
Eigenschaften
Über Rotes Häuschen
Das „Rote Häuschen“ in Osthofen ist ein historischer Weinbergsturm im rheinhessischen Landkreis Alzey-Worms. Es steht in der Weinlage „Goldberg“ südlich der Osthofener Bergkirche und zählt zu den kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten der Region. Der sechseckige Turm wurde um 1900 errichtet und diente ursprünglich den Weinbergarbeitern als Unterschlupf bei schlechtem Wetter. Heute ist das unterste Stockwerk frei zugänglich, während der obere Teil durch eine Gittertür gesichert ist.
Der Name des Gebäudes leitet sich von den roten Backsteinen ab, aus denen die Fenster, die Eingangstür und die Eckpfeiler gefertigt sind. Ursprünglich war das Dach mit einer begehbaren Dachterrasse und Zinnenkranz ausgestattet. Das „Rote Häuschen“ gehört zu vier noch erhaltenen, aufwendig gestalteten Weinbergshäuschen in Osthofen. Diese wurden im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs der Region um die Jahrhundertwende von wohlhabenden Winzern als repräsentative Bauten errichtet, um den Wohlstand des Ortes sichtbar zu machen.
Ursprünglich im Besitz der Winzerfamilie Knierim, ging der Turm später in das Eigentum von Karl Glaser über, einem örtlichen Landwirt und Hülsenfabrikanten. Dieser ließ in den 1920er Jahren rote Sandsteintafeln mit Inschriften über dem Untergeschoss anbringen. Noch heute befindet sich das Häuschen im Besitz der Glaser-Nachfahren. In den Jahren vor der Jahrtausendwende wurde das Gebäude zunehmend baufällig. Aufgrund von Dachschäden kam es zu erheblichen Zerstörungen im Inneren, und das Mauerwerk war stark in Mitleidenschaft gezogen.
Ab 2018 erfolgte eine umfassende Sanierung, die durch Spenden finanziert wurde. Dabei wurden die Decke, das Obergeschoss und die Fassade erneuert sowie der Hang durch eine Absturzsicherung gesichert. Die Dachterrasse ist aus Sicherheitsgründen seit der Restaurierung nicht mehr betretbar. Während der Arbeiten wurde eine neue gelbe Außenfarbe aufgetragen, was bei einigen Besucherinnen und Besuchern auf Kritik stieß. Die feierliche Wiedereröffnung des Gebäudes erfolgte im August 2019 im Rahmen einer Wanderung zum „Tag der Türme“.
Das „Rote Häuschen“ liegt direkt am Rheinterrassenweg und bietet eine Aussicht über den Odenwald. Es ist ein markanter Punkt entlang des Weinbergs und wird regelmäßig von Wanderern und Kulturinteressierten aufgesucht. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,7 von 5 Sternen bei 14 Bewertungen zählt es zu den besonders positiv wahrgenommenen Kulturdenkmälern in der Region.