Habsthal
Highlights
- Kloster Habsthal entstand im 14. Jh. als Beginensammlung in Mengen, überstand 1363 einen Brand und wurde später im Spätmittelalter umgestaltet.
- Heute beherbergt Habsthal barocke Kunstschätze, „schöne Klosterarbeiten“ der Schwestern und ist Teil der Oberschwäbischen Barockstraße mit Konzerten und Führungen.
Tipps
- Die barocke Architektur des Klosters Habsthal zeigt sich besonders im eleganten Ausbau von Kirche und Konventsflügeln durch Jodokus Beer im 17. Jahrhundert.
- Im Inneren der Kirche befindet sich ein bemerkenswertes Hochaltarbild von Matthäus Zehender aus dem Jahr 1691 mit Darstellungen der Gottesmutter und der Klostergründer.
- Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals werden regelmäßig geführte Rundgänge durch historische Bereiche des Klosters und die Barockkirche angeboten.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in Habsthal bei Ostrach
Das Kloster Habsthal in Ostrach ist ein faszinierender Ort der Spiritualität und Kunst, der tief in der mittelalterlichen Frömmigkeitsgeschichte verwurzelt ist. Ursprünglich als Beginensammlung im nahen Mengen entstanden, entwickelte sich Habsthal nach einem verheerenden Brand im 14. Jahrhundert zu einer bedeutenden Klosteranlage. Im Laufe der Jahrhunderte prägten gotische Umbauten und die Stiftung einer Chorkapelle durch die Herren von Hornstein das Gesicht des Klosters – bis im 17. Jahrhundert ein barocker Neubau unter Leitung von Jodokus Beer die heutige Architektur schuf.
Der barocke Wiederaufbau veränderte nicht nur die äußere Gestalt, sondern auch das innere Erbe des Klosters. Die prächtige Barockkirche mit ihren eleganten Konventsflügeln beherbergt bis heute wertvolle Kunstwerke aus dieser Epoche. Besonders hervorzuheben ist das Hochaltarbild von Matthäus Zehender aus dem Jahr 1691, das die Gottesmutter, die Klostergründer und eine seltene historische Darstellung des Klosters vereint. Daneben finden sich in den Sammlungen des Klosters „schöne Klosterarbeiten“ – handgefertigte Kunstwerke der Schwestern, die das kulturelle Erbe des Ortes lebendig halten.
Habsthal ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein lebendiges Zentrum für Kultur und Gemeinschaft. Regelmäßig finden hier gemeinsame Gebets- und Arbeitszeiten statt, die von einem gemütlichen Lagerfeuerabend begleitet werden. Besonders beeindruckend sind die musikalischen Veranstaltungen, wie das Benefizkonzert im Juni 2026, bei dem das Künstlerduo Annette Dorothee Weismann und Bernhard Fackelmann Barockmusik von Johann Sebastian Bach bis zur Wiener Klassik präsentierte. Die Nähe zur oberschwäbischen Barockstraße unterstreicht zudem die Bedeutung des Klosters als Teil eines größeren kulturellen Netzwerks.
Wer mehr über die Geschichte und Architektur von Habsthal erfahren möchte, hat während des Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit, an einer Führung teilzunehmen. Auch aktuelle Ausstellungen, wie die Präsentation von „Schuhwerken der Schwestern“, bieten Einblicke in das Leben und Wirken der Gemeinschaft.
Kloster Habsthal besticht durch seine harmonische Verbindung von sakraler Geschichte, künstlerischem Erbe und lebendiger Spiritualität. Es lädt Besucher ein, in der Stille der Barockkirche zu verweilen, die Musik der Vergangenheit zu erleben und die zeitlose Atmosphäre eines Ortes zu spüren, der seit Jahrhunderten Menschen verbindet – im Glauben, in der Kunst und im gemeinsamen Miteinander.