Denkmal/Gedenkstätte

Ostsee-Grenzturm Museum

Grenzbeobachtungsturm BT11, 18225 Ostseeallee 1A

Highlights

  • Originale Fluchtboote, Grenzer-Ausrüstung und Zeitzeugenberichte zeigen die Überwachungstechniken der DDR-Grenzsicherung an der Ostsee.
  • Das Museum präsentiert historische Exponate wie das Fluchtboot der Familie Kostbade (1988) und Originaldokumente von Grenzhilfskräften.
  • Interaktive Stationen und digitale Fluchtgeschichten richten sich besonders an Jugendliche zur Vermittlung der Grenzsituation.

Tipps

  • Ein digitaler Bilderrahmen präsentiert spektakuläre Ostseeflüchte und bietet Einblicke in persönliche Schicksale durch Zeitzeugenmaterialien und Archivdokumente.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ostsee-Grenzturm Museum – Kulturdenkmal Ostseeallee 1A

Das Ostsee-Grenzturm Museum in Kühlungsborn bietet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Grenzüberwachung entlang der Ostsee. Anhand von Originalobjekten und multimedialen Präsentationen wird die Funktionsweise des Grenzsystems veranschaulicht. Besonders eindrucksvoll sind die Ausstellungsstücke, die die Methoden der Flucht und die Reaktionen der Grenzbehörden dokumentieren.

Ein zentrales Exponat ist das Originalfluchtboot der Familie Kostbade, die 1988 mit vier Personen die Ostsee überquerte. Daneben zeigt die Ausstellung eine Kopie des Kompasses von Peter Döbler, der in einer spektakulären Schwimmflucht nach Fehmarn gelangte. Ergänzt werden diese Objekte durch Originalausrüstung von Grenzhelfern, wie Ausweise und Ferngläser, die den Alltag der Überwachungskräfte veranschaulichen.

Seit 1972 wurden in Kühlungsborn „Freiwillige Helfer der Grenztruppen“ angeworben, die im Streifendienst oder im Feriendienst tätig waren. Ihre Aufgaben umfassten die Beobachtung von Booten, Schwimmkörpern oder verdächtigen Objekten. Die Ausstellung beleuchtet auch die Motive und Erfahrungen dieser Helfer, deren Einsatz bis zu 240 Mark monatlich einbrachte.

Besonders ansprechend ist das Museum für Jugendliche, die durch interaktive Elemente die Geschichte selbst erkunden können. Ein digitaler Bilderrahmen stellt die spektakulärsten Ostseeflüchte vor, während Handakten von Flüchtenden und Grenzhelfern zum Nachlesen ausliegen. Die Dauerausstellung verbindet historische Fakten mit persönlichen Berichten und Medienaufnahmen, um ein umfassendes Bild der Grenzsituation zu vermitteln.

Das Museum wurde 2013 eröffnet und verbindet auf anschauliche Weise Technik, Geschichte und menschliche Schicksale. Es zeigt, wie die Ostsee nicht nur als Reiseziel, sondern auch als Ort der Flucht und Überwachung eine zentrale Rolle spielte. Ein Besuch lohnt sich für alle, die sich für die Geschichte der deutschen Teilung und die Geschichten derer interessieren, die sie erlebten.

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