Denkmal/Gedenkstätte

Raketenlagerbunker 9

Weserstraße, 17438 Peenemünde

Highlights

  • Raketenlagerbunker 9 war Teil der Peenemünder Versuchsanstalten und diente als Luftschutzeinrichtung für Raketentests während des Zweiten Weltkriegs.
  • Der Bunker gehörte zum 25 km² großen Flächendenkmal Peenemünde, wo heute 23 Stationen der Denkmal-Landschaft besichtigt werden können.
  • Als Teil der NS-Forschungseinrichtung unterstützte der Bunker die Entwicklung von Waffentechnik und war Teil des hochsensiblen Raketenprogramms.

Tipps

  • Der Rundweg durch die Denkmal-Landschaft Peenemünde umfasst 25 Kilometer und führt zu 23 ausgewählten Stationen mit historischer Bedeutung aus verschiedenen Epochen.
  • Die Ruine der Peenemünder Friedhofskapelle aus dem Jahr 1876 markiert einen der wenigen erhaltenen Bauten des ursprünglichen Dorfes vor der Industrialisierung des Geländes.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Raketenlagerbunker 9 Peenemünde – Kulturdenkmal

Der Raketenlagerbunker 9 in Peenemünde zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der militärischen Forschung und Industriegeschichte des 20. Jahrhunderts. Als Teil der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Peenemünde diente er während des Zweiten Weltkriegs der Lagerung und Sicherung von Raketentechnologie – ein zentraler Bestandteil der deutschen Waffenentwicklung. Die Anlage gehört zu den neun ursprünglich geplanten, aber nur teilweise realisierten unterirdischen Bunkern in den Peenewiesen, die speziell für die Zwischenlagerung von Raketen konzipiert waren.

Die Bunker wurden aufgrund des hohen Grundwasserspiegels nicht vollständig unterirdisch, sondern als teilversenkbare Stahlbetonkonstruktionen errichtet. Ursprünglich sollten sie ausschließlich für Raketen aus der eigenen Produktion in Peenemünde genutzt werden. Doch mit der zunehmenden Bedeutung des Mittelwerks in Nordhausen wurden die Bunker auch für Qualitätsprüfungen und Sabotageabwehr eingesetzt, indem dort Raketen aus anderen Standorten kurzzeitig gelagert wurden. Einige der Anlagen dienten zudem ab 1944 für Lagerversuche mit Raketentechnik, was ihre strategische und technische Bedeutung unterstreicht.

Heute ist der Bunker 9 Teil der Denkmal-Landschaft Peenemünde, einem 25 Quadratkilometer großen Areal mit über 20 historischen Stationen. Die Anlage steht symbolisch für die Verbindung von wissenschaftlichem Fortschritt und militärischer Nutzung während der NS-Zeit. Als Teil des größten Flächendenkmals Mecklenburg-Vorpommerns bietet sie Einblicke in die Infrastruktur der Raketenforschung, darunter Werkbahnen, Produktionshallen und Lagerstrukturen. Die Ruinen und Überreste der Bunker sind heute Zeugnisse einer Epoche, die bis heute polarisiert und die technische Entwicklung der Moderne prägt.

Besucher können entlang des Rundwegs die historischen Spuren erkunden, wobei sensible Bereiche ausgeschlossen bleiben. Die Denkmalpflege arbeitet kontinuierlich an der Freilegung und Dokumentation der Anlagen, um ihr Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren. Der Raketenlagerbunker 9 ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Mahnmal für die Verantwortung, die mit technologischem Fortschritt verbunden ist. Die Anlage steht im Kontext anderer historischer POIs wie dem Kraftwerk oder der Werkbahn, die gemeinsam das einzigartige Erbe Peenemündes ausmachen.

Die Besichtigung des Bunkers ermöglicht es, die Dimensionen der NS-Industriearchitektur zu verstehen – von der massiven Stahlbetonkonstruktion bis hin zur strategischen Lage in der Nähe der Küste. Als Teil eines größeren Netzwerks von Versuchsanlagen und Lagern verdeutlicht der Bunker 9 die komplexe Logistik und Organisation, die hinter der Entwicklung der V-Waffen stand. Die Denkmal-Landschaft Peenemünde lädt dazu ein, diese Geschichte kritisch zu reflektieren und gleichzeitig die technische Innovation der Zeit zu würdigen.

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…