St. Georg
Highlights
- Ab 1085 entstand in Böbing eine romanische Basilika mit Querschiff und Vorhalle als Teil der Klostergründung.
- Die Muttergottesfigur des spätgotischen Hochaltars (1480) verbindet romanische Grundrisse mit gotischen Proportionen.
Tipps
- Die romanische Basilika aus dem 11. Jahrhundert zeigt noch originale Mauerpartien, die in spätere gotische Kreuzrippengewölbe integriert wurden.
- Die erhaltene Muttergottesfigur des Meisters der Blutenburger Apostel aus dem Jahr 1480 verbindet romanische Grundformen mit gotischen Proportionen.
- Der neugotische Taufstein mit der Plastik des Johannes des Täufers stammt aus dem 19. Jahrhundert und gehört zu den prägenden Ausstattungselementen der Kirche.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in St. Georg Böbing
Die St. Im Zuge der Gründung des Klosters Rottenbuch entstand bereits kurz nach 1085 westlich des Altenmünsters eine romanische Basilika – die „erste“ Kirche der Region. Die dreischiffige Anlage mit Querschiff und westlicher Vorhalle prägte über Jahrhunderte das religiöse Leben der Gemeinde. Später wurden romanische Mauerpartien in den Neubau integriert und mit Kreuzrippengewölben versehen, was den Übergang zur Gotik markiert.
Besonders hervorzuheben ist der spätgotische Hochaltar, dessen einzig erhaltenes Werk die Muttergottesfigur des „Meisters der Blutenburger Apostel“ aus dem Jahr 1480 ist. Diese Skulptur verbindet romanische Grundformen mit gotischen Proportionen und gilt als Meisterleistung der regionalen Kunstgeschichte. Die Kirche diente stets als Versammlungsort für die Gläubigen, in dem Liturgie und Eucharistie gefeiert werden – ein Ort der Andacht, der bis heute Menschen aus nah und fern anzieht.
Die Ausstattung der Kirche unterlag im Laufe der Jahrhunderte mehreren Umgestaltungen. Im 18. Jahrhundert erfolgte unter Probst Ambrosius Mößmer eine umfassende Neugestaltung, bei der die Kirche vermutlich nach Westen erweitert wurde. Die schlichte, aber handwerklich hochwertige Kanzel entstand nach 1800, während der neugotische Taufstein von einer Plastik des Johannes des Täufers gekrönt wird. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche schließlich als eigenständige Pfarrkirche für Böbing errichtet, nachdem die Schönberger um einen eigenen Kirchen- und Schulhausbau gebeten hatten.
Ein besonderes Kapitel schreibt sich 1957, als die ursprüngliche Ausstattung im Nazarenerstil durch Werke lokaler Oberammergauer Holzbildhauer ersetzt wurde. Diese Umgestaltung prägte das heutige Erscheinungsbild der Kirche und unterstrich ihre Verbindung zur regionalen Kunsttradition. Bis heute bleibt St. Georg ein Ort der Stille und des Gebets, der Besucher mit seiner historischen Tiefe und spirituellen Atmosphäre berührt – ein Geschenk für alle, die sich Zeit nehmen, es zu entdecken.