Kirche/Kloster

Alte Kirche St. Salvator

Alte Kirche 4, 25849 Pellworm

Highlights

  • Die Alte Kirche St. Salvator auf Pellworm wurde um 1200 aus Stein erbaut und ist heute eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Insel.
  • Der ursprüngliche Kirchturm stürzte 1611 teilweise ein und wurde nicht wieder aufgebaut, bleibt aber als Ruine erhalten.
  • Die Kirche besteht aus einem Langschiff aus Ziegelstein und einem älteren Chor aus Tuffstein mit einer halbrunden Apsis.

Tipps

  • Beim Besuch der Alte Kirche St. Salvator auf Pellworm lohnt sich ein Blick in das Innere, da die romanische Architektur und die historischen Details besonders beeindruckend sind.
  • Das Kirchenschiff und der Chor aus unterschiedlichen Bauperioden zeigen die Entwicklung der Baukunst über die Jahrhunderte.
  • Von weitem sichtbar prägt die Turmruine das Inselbild – ein markantes Wahrzeichen, das die Besucher bereits bei der Anreise empfängt.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Alte Kirche St. Salvator

Die Alte Kirche St. Salvator zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der nordfriesischen Insel Pellworm und prägt mit ihrer markanten Turmruine das Inselbild. Das romanische Gotteshaus wurde im frühen 13. Jahrhundert errichtet und ist bis heute ein zentraler Bestandteil des kulturellen Erbes der Region. Zusammen mit der Neuen Kirche Zum Heiligen Kreuz gehört sie zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Insel Pellworm im Kirchenkreis Nordfriesland.

Die Geschichte der Kirche reicht weit zurück. Bereits im 11. Jahrhundert soll an der westlichen Seite der Insel eine Holzkirche gestanden haben, deren Fundamente bei Ausgrabungen Anfang des 20. Jahrhunderts unter der heutigen Apsis entdeckt wurden. Der Steinbau, der das alte Holzhaus ersetzte, entstand in mehreren Bauabschnitten. Im Osten kamen Chor und Apsis aus Tuffstein hinzu, während das Langschiff im Westen aus roten Ziegeln errichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Kirche auch eine strategische Bedeutung zuteil: Der Turm diente zeitweise als Stützpunkt für Seeräuber und später als Seezeichen für Schiffe. Doch bereits im 17. Jahrhundert stürzte der hohe Turm teilweise ein, ohne dass es zu äußeren Einwirkungen kam. Die Fundamente hatten den weichen Marschboden nicht dauerhaft getragen. Der Wiederaufbau verzögerte sich durch eine verheerende Sturmflut, doch das Kirchenschiff wurde schließlich im späten 17. Jahrhundert erneuert.

Einige Jahre später wurde eine Orgel des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger eingebaut, die parallel zu Deichsanierungsarbeiten unter großem bürgerschaftlichem Engagement entstand. Der Turm wurde nicht wieder aufgebaut, doch die 26 Meter hohe Ruine behielt ihre Funktion als Orientierungshilfe für Seeleute. In den folgenden Jahrzehnten wurden einzelne Bauteile restauriert, darunter die Apsis mit ihren verzierten Würfelkapitellen sowie der Dachreiter.

Architektonisch zeigt die Kirche eine klare romanische Bauweise. Der Sakralbau steht auf einer Warft nahe dem alten Seedeich. Der älteste Teil ist der Ostbereich aus Tuffstein, der auf einem Sockel aus Sand- und Feldstein ruht. Der Chor ist rechteckig und von einer halbrunden Apsis umschlossen. Die ursprünglichen Fenster sind größtenteils erhalten oder nachgebaut und zeigen typische romanische Rundbögen. Die Apsis wird von drei großen Fenstern erhellt, die von Halbsäulen mit reich verzierten Kapitellen getragen werden. Auch das Portal am Südchor ist ein architektonisches Highlight mit seinem verkröpften Sockelprofil.

Die Alte Kirche St. Salvator ist bis heute ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und regionaler Geschichte. Ihre markante Silhouette ist von weitem sichtbar und zieht Besucher an, die sich für sakrale Architektur und die Entwicklung der nordfriesischen Inselwelt interessieren. Der Innenraum ist für Besucher zugänglich und lädt zur Entdeckung der historischen Bausubstanz ein.

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