Karmelitenkloster Perleberg
Highlights
- Das Karmelitenkloster in Perleberg bestand von 1441 bis 1540 und wurde an der St.-Annen-Kirche errichtet.
- Es wurde durch Schenkungen und geringen Landbesitz finanziert und hatte eine eigene Bruderschaft.
- Nach der Auflösung diente das Gelände als Armenhaus und später als Garnisonsmagazin.
Tipps
- Die St.-Annen-Kirche in Perleberg ist vollständig aus rotem Ziegelstein erbaut und lohnt einen Besuch.
- Zur Geschichte des ehemaligen Karmelitenklosters können Führungen vor Ort interessante Einblicke bieten.
- Die Kirche verfügt über eine bemerkenswerte Akustik, besonders bei musikalischen Aufführungen zu besonderen Anlässen.
Eigenschaften
Über Karmelitenkloster Perleberg
Das Karmelitenkloster Perleberg war ein Kloster des Ordens der Karmeliten und bestand vom 15. bis zum 16. Jahrhundert in der Stadt Perleberg im heutigen Brandenburg. Es befand sich im östlichen Teil der mittelalterlichen Stadtanlage, nahe der St.-Annen-Kirche, gelegen zwischen zwei Armen der Stepenitz. Die Gründung erfolgte auf einem städtischen Grundstück, das von der Stadt zur Verfügung gestellt worden war. Das Kloster stand unter der Leitung eines Priors und verfügte wie andere Karmelitenklöster über einen Lesemeister. Neben den Ordensbrüdern gab es eine Laienbruderschaft, zu der auch ein städtischer Kaland gehörte.
Die Geschichte des Klosters ist nur lückenhaft überliefert. Nach der Gründung im 15. Jahrhundert gibt es nur wenige urkundliche Hinweise auf die weitere Entwicklung. Im Jahr 1542 wurde bei einer Visitation festgestellt, dass lediglich zwei alte Mönche noch im Kloster lebten. Deren Unterhalt wurde fortan von der Stadt übernommen. Das Kloster verfügte über geringen Landbesitz, darunter Waldungen und mindestens eine Mühle, und wurde durch Schenkungen und Stiftungen unterstützt. Nach der Auflösung des Klosters Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gelände zunächst als Armenhaus genutzt, später diente es im 18. Jahrhundert als Magazin für die Garnison. Auf einem Stadtplan aus dem Jahr 1726 sind noch die Kirche sowie die Klostergebäude mit Kreuzgang erkennbar.
Heute erinnern nur noch geringe Reste der ehemaligen Klosteranlage an die einstige Präsenz der Karmeliten in Perleberg. Die St.-Annen-Kirche, in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Klosterlage, ist heute eine evangelische Kirche und steht im Zentrum der Perleberger Innenstadt. Die Kirche, vollständig aus rotem Ziegelstein erbaut, wird regelmäßig für musikalische Aufführungen genutzt, insbesondere zu besonderen Anlässen wie Weihnachten. Besucher berichten von der außergewöhnlichen Akustik des Raumes. Die Kirche gilt als geschichtsträchtiges Bauwerk mit einer reichhaltigen Ausstattung, darunter wertvolle Glasmalereien, historische Leuchter und ein barockes Chorfenster zum Thema „Das Jüngste Gericht“. Auch eine Gedenktafel erinnert an den Theologen und Philosophen Gottfried Arnold, der in Perleberg wirkte.
Das ehemalige Karmelitenkloster ist heute nicht mehr als eigenständiges Gebäude erkennbar, doch die historische Bedeutung des Standortes bleibt erhalten. Führungen durch die St.-Annen-Kirche bieten interessierten Besuchern die Möglichkeit, mehr über die Kloster- und Stadtgeschichte zu erfahren. Die Kombination aus sakraler Architektur, kunstvoller Innenausstattung und regionaler Geschichte macht den Ort zu einem lohnenswerten kulturellen Ziel im Kirchenkreis Prignitz.