Denkmal/Gedenkstätte

Mühle Schnepfenthal

Reinhardsbrunner Str. 6, 99880 Waltershausen, Deutschland

Highlights

  • Die Schnepfenmühle in Waltershausen-Schnepfenthal ist eine erhaltene Kornmühle mit funktionstüchtiger Technik aus dem 16. Jahrhundert.
  • Sie wurde 1784 von Christian Gotthilf Salzmann als Teil des Ritterguts übernommen und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe.
  • Am Pfingstmontag 2026 findet von 10 bis 17 Uhr ein Mühlentag mit Führungen und Mühlenbetrieb statt.

Tipps

  • Die Mühle ist nur nach vorheriger telefonischer Absprache zu besichtigen, Führungen sind möglich.
  • Zum Mühlentag am 25. Mai 2026 und zum Tag des offenen Denkmals finden Führungen und Mühlenvorführungen statt.
  • Parkplätze befinden sich in der Robert-Koch-Straße oder Cumbacher Straße, der Weg zur Mühle beträgt ca. 150 Meter.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Mühle Schnepfenthal

Die Mühle Schnepfenthal befindet sich im Ortsteil Waltershausen im Landkreis Gotha, Thüringen. Das historische Mühlengebäude ist seit Jahrhunderten Teil des ehemaligen Ritterguts Schnepfenthal und wurde erstmals in einer Urkunde erwähnt, die in das frühe 16. Jahrhundert datiert. Die Anlage liegt versteckt am Ende des Schnepfenthales und ist von außen unauffällig, verrät ihre Funktion und Bedeutung jedoch bei genauerem Hinsehen nicht. Ursprünglich wurde die Mühle durch ein oberschlächtiges Wasserrad mit einem Durchmesser von sechs Metern angetrieben, das vom Bach Badewasser gespeist wurde.

Das Gebäudekomplex besteht aus dem Mühlen- und dem Wohngebäude, wie es für Getreidemühlen dieser Zeit typisch war. Im Inneren sind alle technischen Einrichtungen erhalten und voll funktionsfähig, darunter ein Schrotgang, ein Walzenstuhl sowie ein beeindruckendes Kamm- und Stirnradgetriebe im Antriebskeller. Das Getriebe, welches auf einer aus Eichenholz gefertigten Wasserradwelle montiert ist, zeugt von handwerklichem Können und historischem Wert. Obwohl das Wasserrad in der Mitte des 20. Jahrhunderts aus technischen Gründen demontiert wurde, bleibt die Anlage ein eindrucksvolles Beispiel für traditionelle Müllerei.

Die Mühle gewann zusätzliche Bedeutung, als sie 1784 zusammen mit dem Rittergut von Christian Gotthilf Salzmann erworben wurde. Salzmann etablierte hier seine bekannte Erziehungsanstalt, wodurch das Gelände kulturelle und pädagogische Relevanz erhielt. Die Mühle selbst blieb jedoch als Wirtschaftsgebäude erhalten und dient heute als Denkmal für die handwerkliche und technische Tradition der Region. Die Anlage wird regelmäßig zu besonderen Anlässen wie dem Mühlentag und dem Tag des offenen Denkmals für Besucher geöffnet.

Ein Besuch der Mühle ermöglicht Einblicke in die historische Getreidemüllerei und die wasserbaulichen Anlagen des Mühlengrundstücks. Führungen können nach vorheriger telefonischer Absprache individuell oder in Gruppen wahrgenommen werden. Neben dem Mühlengebäude zählt auch der zugehörige Mühlbach mit Wasserfall zu den sehenswerten Elementen des Geländes. Die Anlage ist zu Fuß von den nahegelegenen Haltestellen der Thüringer Waldbahn sowie der Bundesbahn erreichbar.

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