Denkort Deportation
Highlights
- 1941 wurden vier jüdische Bürger:innen aus Haßfurt ins Sammelquartier Westheim deportiert.
- An der Pfarrgasse 10 erinnert ein Denkmal an die Zwangsdeportation von 95 jüdischen Einwohner:innen 1933–1941.
- 1933 lebten 91 Juden in Haßfurt; darunter Opfer der NS-Verfolgung und Zwangsumsiedlungen.
Tipps
- Die Ausstellung thematisiert die Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Haßfurt während des Nationalsozialismus und zeigt deren biographische Spuren auf.
- Ein zentraler Fokus liegt auf den vier Personen, die 1941 ins Sammelquartier in Westheim verlegt wurden, sowie auf den weiteren Betroffenen der NS-Verfolgung.
- Die historische Entwicklung jüdischer Präsenz in Haßfurt vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert wird durch archivierte Dokumente und Gegenstände nachvollziehbar gemacht.
Eigenschaften
Ausflug Kulturdenkmal: Denkort Deportation Pfarrgasse 10
Der Denkort Deportation in der Pfarrgasse 10 ist ein bewegendes Mahnmal, das an die Deportationen jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Haßfurt während der NS-Zeit erinnert. Das Gelände war einst Teil der jüdischen Gemeinde, die seit dem Mittelalter im Ort ansässig war. Bis ins 19. Jahrhundert lebten hier vereinzelt jüdische Familien, bevor sich die Gemeinschaft im frühen 20. Jahrhundert auf rund 125 Personen vermehrte.
Im Jahr 1941 wurden vier jüdische Einwohner:innen aus Haßfurt in das Sammelquartier nach Westheim zwangsweise umgesiedelt – ein Vorläufer der späteren Deportationen. Die Gedenkstätte würdigt zudem eine Mutter mit ihrer 1933 geborenen Tochter, die ebenfalls den NS-Terror zum Opfer fielen. Der Ort steht symbolisch für das Leid unzähliger Menschen, die aus der Region in die Vernichtungslager verschleppt wurden.
Der Denkort verbindet historische Fakten mit einer emotionalen Auseinandersetzung: Durch informierende Tafeln und stille Plätze wird die Erinnerung an die Deportierten wachgehalten. Besonders eindrücklich ist die Verbindung zur jüdischen Geschichte Haßfurts, die hier in ihrer Tragik sichtbar wird. Der Ort lädt dazu ein, sich mit den Folgen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und die Verantwortung für den Erhalt des Gedächtnisses zu übernehmen.
Als Teil des kulturellen Erbes der Stadt ist der Denkort ein Ort der Reflexion, der sowohl für Geschichtsinteressierte als auch für Besucher:innen, die sich mit den Folgen von Verfolgung und Vertreibung beschäftigen möchten, von Bedeutung ist. Die Gedenkstätte unterstreicht die Bedeutung lokaler Erinnerungsarbeit und mahnt zur Wachsamkeit gegen jede Form von Diskriminierung.
Der Besuch des Denkorts bietet die Möglichkeit, sich mit den historischen Ereignissen auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Toleranz und Menschlichkeit neu zu bewerten. Die stille Atmosphäre des Ortes fördert eine bewusste Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Geschichte in der Region.