Hammerschmiede Vils
Highlights
- Die Hammerschmiede Vils zeigt drei originale Wasserräder, Hämmer und Blasebälge aus 700 Jahren Schmiede-Geschichte.
- Historische Funde von der Salzstraße und eine Ausstellung zur Nutzung durch die bayerische Königsfamilie Wittelsbach.
- Rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht Besuche der technisch erhaltenen Wasserkraftanlage und Werkzeuge aus dem 19. Jh.
Tipps
- Der barrierefreie Parkplatz ermöglicht rollstuhlgerechtes Anfahren und sicheres Abstellen von Fahrzeugen.
- Die historische Hammerschmiede zeigt originale Wasserräder, Schmiedehämmer und Transmissionen aus über 700 Jahren Betrieb.
- Führungen bieten Einblicke in die Verbindung der Schmiede zur bayerischen Königsfamilie und regionalen Metallfunden.
Eigenschaften
Kultur & Geschichte: Hammerschmiede Vils entdecken
Die Hammerschmiede Vils ist ein historisches Juwel im idyllischen Ort Vils, eingebettet zwischen der malerischen Burgruine Vilsegg und der romanischen St. Anna Kirche. Seit über sieben Jahrhunderten prägt die Schmiede die regionale Handwerksgeschichte und steht heute als lebendiges Museum für die Tradition des Schmiedehandwerks. Der Kulturverein VilsArt engagiert sich seit Jahren für den Erhalt und die Sanierung dieses bedeutenden Kulturdenkmals, das nicht nur technische Meisterleistungen, sondern auch kulturelle Verbindungen zur bayerischen Geschichte verkörpert.
Im Inneren der Hammerschmiede erwarten Besucher eine faszinierende Ausstellung, die die Funktionsweise einer historischen Wasserschmiede lebendig werden lässt. Drei original erhaltene Wasserräder treiben die Mechanik an, während drei Schmiedehämmer, Daumenwellen und zwei Blasebälge die Kraft des Wassers in präzise Handarbeit umsetzen. Die Transmissionen und die Esse verdeutlichen die technische Raffinesse vergangener Zeiten – teilweise werden die Anlagen sogar während der Führungen in Betrieb genommen, um den Besuchern ein authentisches Erlebnis zu bieten. Ergänzt wird die Sammlung durch metallene Fundstücke aus der Salzstraße und eine Auswahl historischer Werkzeuge, die die handwerkliche Vielfalt der Region illustrieren.
Ein besonderes Highlight ist die Verbindung der Hammerschmiede zur Geschichte der Wittelsbacher. Die bayerische Königsfamilie besuchte einst die um 1220 erbaute Burgruine Vilsegg, von der aus sie die Burgruine Vorderhohenschwangau im Blick hatte. Die Schmiede diente ursprünglich den Herren von Hohenegg als Waffenschmiede und war eng mit der Burg verbunden. Eine alte Zeichnung aus dem Jahr 1609 zeigt die Burg in ihrer ursprünglichen Gestalt – ein Zeugnis der strategischen und wirtschaftlichen Bedeutung des Ortes. Die St. Anna Kirche, eine der ältesten Kirchen im Außerfern, wurde ebenfalls renoviert und ergänzt das kulturelle Ensemble am Fuße der Ruine.
Die Hammerschmiede ist nicht nur ein Museum, sondern auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Natur. Direkt am Ritterweg gelegen, verbindet sie Wanderer und Radfahrer auf dem Weg zwischen Reutte und Pfronten mit der regionalen Geschichte. Führungen sind besonders für Schulklassen, Gruppen oder Vereinsausflüge geeignet und bieten Einblicke in die Schmiedekunst, die Kriegsgeschichte der Region sowie die Bedeutung der Königsfamilie. Dank der Aktiv Card der Naturparkregion Reutte erhalten Besucher sogar kostenlosen Zutritt. Ein Besuch in der Hammerschmiede Vils ist somit eine Reise in die Vergangenheit – handfest, lebendig und tief verwurzelt in der Kultur des Außerferns.