Museum der Stadt Füssen
Highlights
- Barockes Gesamtkunstwerk: Das Museum zeigt erhaltene Räume der ältesten Klosterkirche nördlich der Alpen (seit ~750) mit prächtigen 1700er-Jahrhundert-Anlagen von Johann Jakob Herkomer.
- Füssens Lautenbau-Tradition: Hier entstand 1562 Europas erste Lautenmacherzunft; bis ins 19. Jh. dominierten Füssener Handwerker das europäische Handwerk.
- Totentanz & Kunstschätze: Der älteste bayerische Totentanz (1602) und 70 Werke von Alois Vogler (Schenkung 2023) prägen die Sammlung mit barocker Pracht und regionaler Kunstgeschichte.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt ins Museum.
- Die Ausstellung ‚Ein Geschenk für Füssen‘ präsentiert über 70 Werke des Füssener Bildhauers Alois Vogler als dauerhafte Schenkung.
- Im Rahmen der Sonderausstellung ‚Staunen und Wissen‘ werden kulturhistorische Objekte und Kunstwerke aus der Sammlung detailliert vorgestellt.
Eigenschaften
Kultur-Museum Füssen: Museum der Stadt Füssen entdecken
Das Museum der Stadt Füssen bietet einen faszinierenden Einblick in die tausendjährige Geschichte und kulturelle Blüte der Allgäuer Stadt. Eingebettet in den Südteil der ehemaligen Benediktinerabtei St. Mang – eines der ältesten Klöster nördlich der Alpen, gegründet um 750 – vereint das Museum barocke Pracht und mittelalterliche Spuren. Die symmetrisch angelegte Barockanlage, geplant vom einheimischen Baumeister Johann Jakob Herkomer, der seine Kunst in Venedig studierte, beeindruckt durch ihre architektonische Harmonie und die erhaltenen Repräsentationsräume des 17. und 18. Jahrhunderts.
Ein Highlight der Sammlung ist der Füssener Totentanz, ein monumentales Gemälde aus dem Jahr 1602 von Jakob Hiebeler. Mit 20 Einzeldarstellungen auf zehn Holztafeln zählt es zu den bedeutendsten Totentänzen Europas und erzählt in lebendigen Bildern vom Leben und Sterben im barocken Kloster. Die Ausstellung lädt Besucher ein, durch 11 Stationen zu wandern und spannende Rätsel zu lösen – auch für Kinder gibt es das Heft *„Mit dem Kleinen Mang durch das Barockkloster“* für 3 Euro.
Seit kurzem bereichert die Sonderausstellung *„Ein Geschenk für Füssen“* das Museum: Über 70 Werke des Füssener Bildhauers Alois Vogler wurden als Schenkung von seinem Neffen und einer Kunstsammlerin dem Museum übergeben. Die Präsentation verbindet Voglers handwerkliche Meisterschaft mit einer modernen Videoarbeit der Künstlerin Eva Schmeckenbecher, die seine Themen zwischen Heimat und Fernweh neu interpretiert. Ergänzt wird das Programm durch die Reihe *„Staunen und Wissen“*, die ausgewählte Objekte aus der Sammlung – wie einen prächtigen Torschlüssel aus dem 16. Jahrhundert – in den Fokus rückt und ihre Geschichten lebendig werden lässt.
Füssen selbst verdankt dem Museum auch einen besonderen Platz in der Musikgeschichte: Als Wiege des europäischen Lautenbaus werden hier seit dem 16. Jahrhundert Lautenmacher dokumentiert. Die erste Lautenmacherzunft Europas entstand 1562 in der Region, und bis ins 19. Jahrhundert prägten Füssener Handwerker das Handwerk fast monopolartig. Die Ausstellung zeigt, wie Kunsthandwerk und religiöse Traditionen sich im Allgäu verschränkten – ein Erbe, das bis heute nachhallt.
Mit rollstuhlgerechtem Zugang und barrierefreiem WC ist das Museum der Stadt Füssen für alle Besucher zugänglich. Ob barocke Pracht, mittelalterliche Mystik oder moderne Kunst: Hier verschmelzen Geschichte und Gegenwart zu einem einzigartigen Erlebnis – ein Muss für Kulturinteressierte und Entdecker.