Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Pirmasens mit Gedenktafel

Synagogengasse, 66953 Pirmasens

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Pirmasens war bis 1940 Zentrum der jüdischen Gemeinde und wurde später durch eine Gedenktafel gewürdigt.
  • 1834 gab es in Pirmasens eine öffentliche jüdische Volksschule mit 50 Schülern; 1896 war Markus Slodki Kantor und Schochet der Gemeinde.

Tipps

  • Ein Besuch der Gedenktafel ermöglicht das Verständnis der historischen Bedeutung der Synagoge im Kontext der regionalen jüdischen Geschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
  • Die Dokumentation vor Ort zeigt die Erinnerungskultur an die jüdische Vergangenheit und die Rolle der Gemeinde in der lokalen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Pirmasens – Kulturdenkmal & Gedenktafel

Die ehemalige Synagoge in Pirmasens ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das an die jahrhundertelange Präsenz der jüdischen Gemeinde in der Stadt erinnert. Bereits im frühen 19. Jahrhundert entwickelte sich Pirmasens zu einem Zentrum jüdischen Lebens in der Region. Die jüdische Bevölkerung wuchs durch Zuwanderung aus umliegenden Landgemeinden, sodass 1848 etwa 243 jüdische Einwohner gezählt wurden – ein Anteil von rund 20 % der Gesamtbevölkerung. Die Gemeinde verfügte über eine eigene Konfessionsschule, die 1834 bereits von 50 Kindern besucht wurde und später auf bis zu 80 Schüler anwuchs.

Ein zentraler Ort des religiösen und kulturellen Lebens war die Synagoge selbst, die im 19. Jahrhundert erbaut wurde. Neben dem Gotteshaus unterhielt die Gemeinde auch einen Friedhof, der seit 1828 genutzt wurde. Ab den 1850er-Jahren waren fest angestellte Lehrer und Kantoren für die religiöse und schulische Betreuung zuständig. Besonders prägend war die Rolle des Kantors und Schochet Markus Slodki, der seit 1896 in Pirmasens wirkte. Die Gemeinde gehörte zeitweise dem Rabbinatsbezirk Zweibrücken an, doch ab 1911 hatte der Bezirksrabbiner wieder seinen Sitz in Pirmasens.

Die Synagoge diente als spiritueller Mittelpunkt der jüdischen Gemeinschaft bis zu ihrer Zerstörung während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Heute erinnert eine Gedenktafel am Standort an das einstige Gotteshaus und die Opfer des Holocaust. Die Tafel ist Teil der lokalen Erinnerungsarbeit und dokumentiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde, die bis 1940 bestand. Der Ort steht symbolisch für das Erbe einer vielfältigen Kulturgeschichte, die eng mit dem sozialen und religiösen Leben der Stadt verbunden war.

Für Besucher bietet die ehemalige Synagoge mit Gedenktafel die Möglichkeit, sich mit der regionalen Geschichte auseinanderzusetzen. Die Dokumentation vor Ort und die historischen Quellen geben Einblicke in das Leben der jüdischen Einwohner, ihre Institutionen und den Verlust ihrer Gemeinschaft. Pirmasens war damit ein wichtiger Knotenpunkt jüdischen Lebens im südwestdeutschen Raum, dessen Spuren bis heute erhalten sind.

Die Gedenktafel und die Erinnerung an die Synagoge unterstreichen die Bedeutung des Ortes als Mahnmal und Teil des kulturellen Gedächtnisses. Sie laden dazu ein, die Geschichte der jüdischen Gemeinde zu reflektieren und die Bedeutung interkulturellen Miteinanders zu würdigen. Der Standort ist somit nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein Ort der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.

In der Nähe

Gastronomie in der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…