Museum

Johannes Tetzel

Schmiedestraße 19, 01796 Pirna

Highlights

  • Das Tetzelhaus in Pirna ist das älteste bis zur Dachspitze erhaltene Bürgerhaus Sachsens und wurde 1381 erbaut.
  • Johann Tetzel, geboren um 1465, wuchs im Tetzelhaus auf und lebte dort bis ins Jugendalter.
  • Heute beherbergt das Haus eine bedeutende Ausstellung zur Stadtgeschichte und die einzigartige Bohlenstube nördlich der Alpen.

Tipps

  • Das Tetzelhaus in Pirna ist das älteste erhaltene Bürgerhaus Sachsens und beherbergt die einzigartige Bohlenstube aus dem 14. Jahrhundert.
  • Johann Tetzel, der berühmte Ablassprediger und Gegenspieler Martin Luthers, wurde hier um 1465 geboren.
  • Führungen durch das historische Haus sind nur im Rahmen einer erweiterten Stadtführung möglich und müssen im Voraus gebucht werden.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Johannes Tetzel

Das Tetzelhaus in Pirna zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Stadt und gilt als das älteste bis zur Dachspitze erhaltene Bürgerhaus Sachsens. Es befindet sich in der Schmiedestraße und wurde in seiner heutigen Kubatur um das späte 14. Jahrhundert erbaut. Das Gebäude vereint architektonische Elemente verschiedener Epochen: Die Kelleranlagen reichen in die romanische Zeit zurück, während die Hauptbaukörper aus der Gotik stammen und die Fassade später in der Renaissance umgestaltet wurde. Besonders bemerkenswert ist die sogenannte Bohlenstube im Obergeschoss, die als besterhaltene ihrer Art nördlich der Alpen gilt und ein herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Holzbaukunst darstellt.

Das Haus ist auch durch seinen historischen Bewohner von Bedeutung: Johann Tetzel, um 1465 in diesem Gebäude geboren, wurde später zu einem der bekanntesten Ablassprediger seiner Zeit und geriet in Konflikt mit Martin Luther. Tetzel wuchs mit seiner Familie, die ein Fuhrunternehmen betrieb, im Haus auf, bevor sie zeitweise nach Leipzig zogen. Nach seinem Eintritt in den Dominikanerorden und verschiedenen Stationen kehrte die Familie später wieder nach Pirna zurück. Die Schwester Tetzels erwarb das Gebäude schließlich und führte das elterliche Geschäft weiter. Diese enge Verknüpfung von Architektur und Geschichte macht das Tetzelhaus zu einem wichtigen Ort der Stadtgeschichte.

Ein besonderes Bauwerkmerkmal ist der dreistöckige Dachstuhl mit steilem First und einer seltenen Dachdeckung in Form von Mönch-und-Nonnen-Ziegeln. Erstmals fälligkeitsdatiertes Holz weist auf das Jahr der ursprünglichen Errichtung hin. Nach umfangreichen denkmalgerechten Sanierungsarbeiten wurde das Gebäude 1998 feierlich eingeweiht. Im Jahr 2023 wurde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums eine Sonderausstellung mit dem Titel „Tetzel und Pirna“ gezeigt, die sich mit dem Leben des berühmten Geburtstagskindes und seiner Bedeutung für die Stadt auseinandersetzte.

Der Innenhof des Hauses ist über ein Renaissanceportal erreichbar und wird von Teilen der mittelalterlichen Stadtmauer umrahmt. Im Hintergrund des Ensembles steht das sogenannte Lohgerberhaus, das sich direkt an die Stadtmauer anschließt und dessen Geschichte bis ins Jahr 1747 zurückreicht. Die Besichtigung der Bohlenstube ist im Rahmen erweiterter Stadtführungen möglich, die über den TouristService Pirna gebucht werden können. Die Fassade des Gebäudes wurde sorgfältig restauriert und zeigt heute zwei Gedenktafeln, die an die historische Verbindung zur Familie Tetzel erinnern.

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