Persilfrau
Highlights
- Seit 1936 prägt die Persilfrau als Giebelwand-Darstellung neben der König-Johann-Brücke das Bild Plagwitz.
- Der Künstler Kurt Heiligenstaedt schuf 1922 das ikonische Motiv der weiß gekleideten Dame für die Waschmittelmarke Persil.
- Das Denkmal steht auf dem Gelände der ehemaligen Carl Garte-Fabrik, heute Wohnhäuser mit historischer Fassade aus 1908.
Tipps
- Die Persilfrau befindet sich an der Giebelwand neben der König-Johann-Brücke in Zschocherscher Straße und dient als historisches Wahrzeichen seit 1936.
- Das um 1894 errichtete Gebäude beherbergt heute Wohnhäuser, während die originale Fassade mit der Persilfrau unter Denkmalschutz steht und restauriert wurde.
- Die Sanierung der Fassade erfolgte 1999 und ermöglicht heute einen Einblick in die Entwicklung der leipzigspezifischen Industriegeschichte durch originale Produktionsstätten.
Eigenschaften
Persilfrau Plagwitz – Kulturdenkmal entdecken
Die „Persilfrau“ ist eines der markantesten und bekanntesten Kulturdenkmäler in Plagwitz und ein Symbol für die reiche Industriegeschichte des Viertels. Seit 1936 prägt ihr elegantes Antlitz die Giebelwand neben der König-Johann-Brücke an der Zschocherschen Straße. Die Figur wurde vom Künstler und Plakatgestalter Kurt Heiligenstaedt entworfen und steht für die einstige Dominanz der Waschmittelindustrie in der Region. Ursprünglich als Werbefigur für die Firma Persil konzipiert, verkörpert sie bis heute den Charme der klassischen Werbegrafik der frühen 20. Jahrhunderts.
Der Hintergrund der Persilfrau ist eng mit der Firmengeschichte der „Carl Garte Kunstverlagshandlung“ verknüpft, die 1874 in Leipzig gegründet wurde. Das Unternehmen entwickelte sich von einer Kunstanstalt für Ansichtskarten zu einem bedeutenden Industrieunternehmen. Besonders prägend war die Zeit ab 1905, als Carl Hans Garte die Leitung übernahm und das Unternehmen modernisierte. Die Verbindung zur Waschmittelproduktion entstand später, als die Firma Persil – ein Produkt der Henkel-Gruppe – ihre Werbestrategie durch ikonische Motive wie die Persilfrau stärkte.
Das Gelände, auf dem die Persilfrau thront, war einst ein wichtiger Industriekomplex. Bereits um 1876 begann hier die Produktion von Strickmaschinen, bevor das Gelände später von der Firma Persil genutzt wurde. Die markanten Fahrstuhltürme, die 1922 hinzugefügt wurden, zeugen von der technischen Innovation der Zeit und unterstreichen den industriellen Charakter des Ortes. Die Fassade der Nonnenstraße, die im Jahr 1999 nach einer umfassenden Sanierung wiederhergestellt wurde, gilt heute als eines der letzten Zeugnisse dieser Epoche im Stadtbild.
Heute ist das Gelände Teil eines Wohnviertels, doch die Persilfrau bleibt ein kulturelles Denkmal mit historischer Bedeutung. Sie erinnert an die Blütezeit der Leipziger Industrie und die Rolle Plagwitz’ als Zentrum für Kunst, Handwerk und moderne Produktion. Die Figur ist nicht nur ein Wahrzeichen für Einheimische, sondern auch für Besucher, die sich für die kulturelle Entwicklung des Stadtteils interessieren. Durch regelmäßige Veranstaltungen und Führungen wird die Geschichte des Ortes lebendig gehalten und die Verbindung zur Persilfrau als Teil des kollektiven Gedächtnisses bewahrt.
Die Persilfrau steht somit als stummer Zeuge für eine Ära, in der Plagwitz durch innovative Unternehmen und künstlerische Gestalten geprägt wurde. Ihr Anblick an der Zschocherschen Straße lädt dazu ein, die Geschichte der Region neu zu entdecken – zwischen industriellem Erbe und urbanem Charme. Als kulturelles Denkmal verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart und bleibt ein faszinierendes Stück Leipziger Identität.