Römische Kelteranlage
Highlights
- 1977 entdeckte das Rheinische Landesmuseum Trier hier eine römische Kelteranlage (13,4 x 9 m) als Teil eines Gutshofs des 2. Jh. n. Chr.
- Die älteste bekannte römische Tretkelter (Wahrzeichen 2000) mit integriertem Sandstein-Kelterstein stammt aus dem 1. Jh. n. Chr.
- Konservierte Becken unter Schutzbau zeigen eine ungewöhnliche Nebengebäude-Anordnung inmitten römischer Rebflächen des Moseltals
Tipps
- Die originale römische Kelteranlage zeigt unter einem Schutzbau die rekonstruierten Becken und einen integrierten Sandstein, der als Kelterstein für eine Tretpresse diente.
- Die Anlage gehört zu einem Gutshof des 2. Jahrhunderts und bietet Einblicke in die bäuerliche Wirtschaftsweise der Römerzeit entlang der Mosel.
- Ein Infoplakett an der Außenwand informiert über die Bedeutung der Anlage als älteste erhaltene Tretkelter des römischen Weinbaus in der Region.
Eigenschaften
Römische Kelteranlage Maring-Noviand – Kulturdenkmal
Die Römische Kelteranlage in Maring-Noviand ist ein bedeutendes Zeugnis der antiken Weinproduktion im Moseltal und ein herausragendes Beispiel für die römische Agrargeschichte. Im Rahmen der Flurbereinigung wurde das gut erhaltene Kelterhaus im Jahr 1977 vom Rheinischen Landesmuseum Trier freigelegt. Mit einer Größe von etwa 13,4 mal neun Metern handelt es sich um eines der wenigen erhaltenen Gebäude dieser Art, das nicht direkt in den Weinbergen, sondern als Teil eines größeren Gutshofs aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. angelegt wurde.
Besonders bemerkenswert ist die technische Ausstattung der Anlage: Über den original erhaltenen Becken ist heute ein Schutzbau errichtet, der die Substanz vor Witterungseinflüssen bewahrt. Ein massiver Sandsteinblock in den Außenanlagen könnte ursprünglich als Kelterstein einer Spindel- oder Haspelpresse gedient haben – ein zentrales Element zur Weinherstellung in der Antike. Die Anlage gilt als eines der ältesten bekannten Beispiele einer Tretkelter, was sie zu einem einzigartigen Wahrzeichen der römischen Weinbautradition macht.
Die Kelteranlage war Teil eines ausgedehnten Gutshofs, der mindestens vier Nebengebäude umfasste und damit ein komplexes wirtschaftliches Zentrum der Region darstellte. Während andere römische Kelterhäuser im Moseltal meist direkt in den Rebflächen lagen, war dieser Standort Teil eines organisierten landwirtschaftlichen Betriebs. Die Anlage bietet damit nicht nur Einblicke in die Weinproduktion, sondern auch in die Struktur römischer Gutswirtschaften und ihre Integration in die lokale Landschaft.
Als geschütztes Bau- und Kunstdenkmal der Kategorie „Wohn- und Wirtschaftsgebäude“ dokumentiert die Kelteranlage die fortgeschrittene Technik und Organisation der römischen Landwirtschaft. Sie steht symbolisch für die jahrhundertealte Verbindung zwischen Weinbau und römischer Kultur im heutigen Maring-Noviand – ein Relikt, das bis heute die historische Bedeutung der Region als Weinbaugebiet unterstreicht.
Die Anlage ist ein lohnendes Ziel für Geschichtsinteressierte und Weinliebhaber, die mehr über die Ursprünge des Weinbaus im Moseltal erfahren möchten. Durch die Kombination aus archäologischer Fundstelle und technischem Zeugnis bietet sie einen faszinierenden Einblick in die antike Lebenswelt und die Entwicklung der Weinproduktion von der Römerzeit bis in die Gegenwart.