Kirche/Kloster

Ev. Kirche Quitzöbel

Schulstraße, 19336 Legde/Quitzöbel-Quitzöbel

Highlights

  • Backsteinkirche Quitzöbel mit Staffelgiebel (um 1520) und Turm (1876) – Bausubstanz aus zwei Epochen.
  • 1855 erbaute Orgel mit neun Registern von Lütkemüller; ältester Grabstein (1619–1694) des Pfarrers Schütze.
  • Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz; seit 1998 umfassend sanierte Kirche mit originaler Ausstattung.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Kirche für alle Gäste.
  • Ein gepflegter Parkplatz mit barrierefreien Stellplätzen steht in unmittelbarer Nähe der Kirche zur Verfügung.
  • Die Backsteinkirche vereint Elemente aus dem 16. und 19. Jahrhundert in ihrer architektonischen Gestaltung.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ev. Kirche Quitzöbel – Kultur & Sakral in Legde

Die Evangelische Kirche Quitzöbel in Legde/Quitzöbel-Quitzöbel ist ein historisches Juwel mit einer faszinierenden Baugeschichte, das sich harmonisch in die malerische Landschaft des Barnimer Landes einfügt. Das Gebäude vereint Elemente aus zwei zentralen Epochen: Der prächtige Staffelgiebel und Teile der Nordseite des Kirchenschiffs stammen aus der Zeit um 1520, während die Südseite und der Kirchturm im Rahmen eines umfassenden Umbaus im 19. Jahrhundert neu gestaltet wurden. Besonders auffällig ist die Backsteinarchitektur, die durch ihre klare Formensprache und den gepflegten Friedhof im Umfeld besticht.

Im Inneren beeindruckt die Kirche durch eine gelungene Verbindung von Tradition und handwerklicher Meisterschaft. Die Ausstattung aus dem 19. Jahrhundert – darunter Gestühl, Emporen und ein prächtiger Kronleuchter – prägt bis heute das Raumgefühl. Ein besonderes Highlight ist die weitgehend unveränderte Orgel von 1855, erbaut von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock, die mit neun klingenden Registern noch immer ihre ursprüngliche Klangpracht bewahrt. Als ältestes Ausstattungsstück gilt der Grabstein des Pfarrers Dietrich Schütze (1619–1694), ein Vorfahre des berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel, der fast ein halbes Jahrhundert in Quitzöbel wirkte.

Seit 1998 wurde die Kirche einer umfassenden Wiederherstellung unterzogen, die sowohl das äußere Mauerwerk als auch die Innenausstattung restaurierte. Die Kirchengemeinde, die seit 2000 zum Pfarrsprengel Rühstädt gehört, nutzt das Gotteshaus regelmäßig für Gottesdienste, die etwa einmal im Monat stattfinden. Doch über den religiösen Rahmen hinaus bietet die Kirche mit der Ausstellung *„Lebendige Steine“* ein einzigartiges Erlebnis. Durch interaktive Elemente und persönliche Geschichten von Besuchern aus Botswana – darunter auch musikalische Beiträge – werden die Steine und Räume des Kirchenbaus zum „Sprechen“ gebracht. Die Ausstellung, gefördert durch das Programm *„langut-kulturgut“* der Evangelischen Kirche Deutschland, richtet sich an alle Altersgruppen und verbindet Geschichte mit lebendigen Erzählungen.

Besonders die partizipative Ausrichtung der Ausstellung hebt sie hervor: Durch Audioaufnahmen und schriftliche Beiträge von Teilnehmern aus Botswana wird die Kirche zu einem Ort des Austauschs, an dem kulturelle und historische Schichten greifbar werden. Das dazu erstellte Ausstellungsbuch lädt zum vertiefenden Studium ein und macht die Ausstellung zu einem Erlebnis für Neugierige und Geschichtsinteressierte. Mit ihrem barrierefreien Zugang – sowohl durch rollstuhlgerechten Eingang als auch Parkplatz – ist die Evangelische Kirche Quitzöbel zudem ein inklusiver Ort, der Besucher aller Hintergründe willkommen heißt.

Wer sich auf den Weg macht, findet in Quitzöbel nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch einen Ort der Reflexion und des kulturellen Dialogs.

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