Denkmal/Gedenkstätte

Gipsbruch Endsee

91628 Steinsfeld

Highlights

  • Der Gipsbruch Endsee ist ein ehemaliger Steinbruch bei Endsee in Steinsfeld, Bayern.
  • Er entstand vor etwa 230 Millionen Jahren durch Eindampfung in einer abgeschnürten Lagune.
  • Das Gelände zeigt gut erhaltene Gips- und Myophorienschichten sowie Karrenbildung durch Wasser.

Tipps

  • Ein Spaziergang zum Gipsbruch Endsee lohnt sich besonders für Natur- und Geologieinteressierte.
  • Das Gelände ist gut geeignet, um Gesteinsformationen und Fossilien aus der Keuperzeit zu betrachten.
  • Der nahegelegene Naturpark Frankenhöhe bietet zusätzliche Ausflugsmöglichkeiten in die Region.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Gipsbruch Endsee

Der Gipsbruch Endsee ist ein ehemaliger Steinbruch im Gemeindeteil Endsee der Gemeinde Steinsfeld im Landkreis Ansbach in Bayern. Er liegt etwa 600 Meter südöstlich von Endsee und zählt zu den geowissenschaftlich bedeutsamen Geotopen Bayerns. Der Steinbruch ist in mehrere Schutzgebiete eingebunden: Er gehört zum Naturpark Frankenhöhe, zum Landschaftsschutzgebiet innerhalb des Naturparks und zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Endseer Berg. Diese Einbindung unterstreicht die besondere naturräumliche und ökologische Bedeutung des Standorts.

Im Gipsbruch Endsee wurde ein bis zu sieben Meter mächtiges Gipsflöz abgebaut, das während der Keuperzeit vor rund 230 Millionen Jahren entstand. Es bildete sich durch Verdunstung in einer vom Meer abgeschnürten Lagune. An der Basis des Steinbruchprofils ist der sogenannte Grundgips sichtbar, bestehend aus massiven Bänken aus grauem und weißem Gips. Das weiche, wasserlösliche Gestein zeigt durch Verwitterung charakteristische Rillen und scharfkantige Strukturen, sogenannte Karren. Darüber liegen plattige Schichten, in denen sich Gipsbänke mit bunten Mergeln sowie grauen und roten Ton- und Schluffsteinen abwechseln. In den untersten Mergellagen finden sich Abdrücke der Muschel Myophoria, nach der das gesamte Schichtpaket benannt ist.

Der Gipsbruch Endsee hat nicht nur geowissenschaftliche, sondern auch wirtschaftliche Relevanz. Der Grundgips des Mittleren Keupers ist das bedeutendste Gipsflöz in Bayern und wird bis heute im Süden des Endseer Berges abgebaut. Um die Grenze zum sogenannten „tauben“ Anhydrit frühzeitig zu erkennen, wurden Untersuchungsstollen in den Berg getrieben, deren Eingang im Steinbruch sichtbar ist. Diese Erkenntnisse sind entscheidend für die Rohstoffgewinnung in der Region.

Der Steinbruch wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop (Nummer 571A007) anerkannt und zählt offiziell zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Diese Auszeichnung bestätigt den hohen geowissenschaftlichen Wert des Ortes. Besucher berichten von einem lohnenden Zwischenstopp in der Nähe, sei es für eine kurze Wanderung oder um sich über die geologische Geschichte der Region zu informieren. Mit einer Bewertung von 4,60 von 5 Sternen bei zehn Bewertungen spiegelt der Gipsbruch Endsee das positive Echo der Öffentlichkeit wider.

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