Kirche/Kloster

Kapelle St. Sigismund

Kirchgasse 2, 83489 Plaue

Highlights

  • Die Kapelle St. Sigismund in Plaue entstand 1730 als protestantischer Barockbau nach Wiederaufbau nach Krieg und Pest.
  • 1910 sanierte die Familie von Schierholz die Kapelle; 1965 erhielt sie eine neue Orgel mit Resten der alten Barockorgel.
  • Die Orgel von Wolfgang Nussbücker (Stadtilm) ist ihr künstlerisches Highlight; zukünftig als Kolumbarium nutzbar.

Tipps

  • Die Kapelle zeigt eine prägende Architektur des protestantischen Barock aus dem Jahr 1730, die nach Zerstörungen durch Kriege und Seuchen entstand.
  • Die Orgel der Kapelle stammt aus der Werkstatt von Wolfgang Nussbücker und gilt als herausragendes Instrument der Stadtilmer Orgelmanufaktur.
  • Im Rahmen der denkmalgerechten Sanierung kann die Kapelle unter bestimmten Voraussetzungen als Kolumbarium genutzt werden, sofern dies zulässig ist.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur-Ausflug: Kapelle St. Sigismund in Plaue entdecken

Die Kapelle St. Sigismund in Plaue ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk, das tief in der regionalen Geschichte verwurzelt ist. Ursprünglich als protestantische Kapelle im Barockstil errichtet, entstand sie um 1730 als Sühne nach den Zerstörungen durch Kriege und Seuchen. Die Bürger Plaues schufen damit nicht nur ein spirituelles Zentrum, sondern auch ein Symbol des Wiederaufbaus und des Glaubens – geprägt von der reformatorischen Tradition der Region.

Der Bau verkörpert den typischen protestantischen Barock, der sich durch klare Linienführung, funktionale Gestaltung und eine bescheidene, aber feierliche Ausstrahlung auszeichnet. Besonders bemerkenswert ist die historische Orgel, die 1965 von der Orgelmanufaktur Stadtilm neu erbaut wurde. Obwohl sie auf den Resten einer älteren Barockorgel basiert – etwa dem erhaltenen Blasebalg –, gilt sie als Meisterwerk des Orgelbauers Wolfgang Nussbücker. Die Instrumentierung verbindet traditionelle Handwerkskunst mit moderner Akustik und macht die Kapelle zu einem Ort musikalischer Veranstaltungen.

Die Kapelle diente über die Jahrhunderte als Ort der Andacht, des kulturellen Austauschs und der Gemeinschaft. Neben Gottesdiensten finden hier regelmäßig Konzerte, Lesungen und kleine Ausstellungen statt, die das kulturelle Leben Plaues bereichern. Ein besonderes Merkmal ist die geplante Nutzung als Kolumbarium, sofern dies im Rahmen denkmalgerechter Sanierungen zulässig ist – ein Ansatz, der die Kapelle auch in Zukunft als Ort der Erinnerung und des Respekts erhält.

Der Name „Sigismund“ verweist auf den heiligen Sigismund, einen im 5. Jahrhundert in Burgund geborenen König, der als Schutzpatron gegen Seuchen und Naturgewalten verehrt wurde. Diese Verbindung unterstreicht die historische Bedeutung der Kapelle als Ort der Bitt- und Dankesgebete in schwierigen Zeiten. Bis heute bleibt sie ein stiller Zeuge der regionalen Frömmigkeit und ein Ort, an dem Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen.

Die Kapelle St. Sigismund ist damit nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein lebendiger Raum für Kultur und Spiritualität. Ihr Erbe lebt weiter in den Koncerten, den sanierten Räumen und der Verbindung von Tradition und Moderne – ein Ort, der Besucher zum Verweilen und Nachdenken einlädt.

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