Denkmal/Gedenkstätte

Gedenkstätte der Opfer des KZ-Außenlagers "Laura"

07349 Lehesten

Highlights

  • Von 1943 bis 1945 bestand hier das KZ-Außenlager 'Laura' des Konzentrationslagers Buchenwald.
  • Über 2.600 Häftlinge aus mehreren Nationen leisteten Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen.
  • Mindestens 560 Menschen starben im Lager, die meisten wurden vor der Befreiung evakuiert.

Tipps

  • Führungstermine im Voraus prüfen, da das Gelände nur begrenzt zugänglich ist.
  • Informationsmaterial vor Ort nutzen, um die historischen Zusammenhänge besser zu verstehen.
  • Neben der Gedenkstätte auch die nahegelegene Überreste der Zwangsarbeiterunterkunft besuchen.

Eigenschaften

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Über Gedenkstätte der Opfer des KZ-Außenlagers "Laura"

Die Gedenkstätte der Opfer des KZ-Außenlagers „Laura“ liegt im thüringischen Lehesten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und erinnert an ein dunkles Kapitel der Geschichte während des Nationalsozialismus. Von September 1943 bis April 1945 existierte hier unter dem Decknamen „Laura“ ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Es diente der geheimen Rüstungsproduktion im Zuge der V2-Raketenentwicklung, nachdem die Versuchsanstalt Peenemünde durch alliierte Bombardements stark beschädigt worden war. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Buchenwald wurden hierher verlegt, um unter inhumanen Bedingungen an der Errichtung eines unterirdischen Sauerstoffwerks in der ehemaligen Schiefergrube Oertelsbruch zu arbeiten.

Etwa 2.600 Häftlinge aus zehn verschiedenen Nationen, darunter vor allem Franzosen, Polen, Sowjetbürger, Italiener und Belgier, lebten und arbeiteten in den erweiterten Gebäuden des nahegelegenen Landwirtschaftsgutes der Familie Oertel. Die Zwangsarbeit in der Grube und in den Stollen, verbunden mit körperlicher Misshandlung und mangelhafter Verpflegung, forderte zahlreiche Todesopfer; mindestens 560 Menschen verloren ihr Leben. Kurz vor Kriegsende evakuierte die SS das Lager im April 1945 und transportierte fast alle Überlebenden in das KZ Dachau. Nur wenige Kranke blieben zurück und wurden am Tag der Befreiung durch die amerikanische Armee gerettet.

Heute dient die Gedenkstätte als Ort der Erinnerung und Bildung. Obwohl von den ursprünglichen Bauten nicht mehr viel erhalten geblieben ist, vermitteln Ausstellungen und Führungen eindrücklich die Geschichte des Lagers und seiner Opfer. Die pädagogische Arbeit richtet sich sowohl an Schulklassen als auch an Erwachsene und wird eng mit regionalen und überregionalen Partnern koordiniert. Neben dem Schulamt Südthüringen besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Gedenkstätte sowie mit nationalen und internationalen Netzwerken. Regelmäßig finden hier Workshops, Seminare und Gedenkveranstaltungen statt, die das Gedenken an die Opfer lebendig erhalten und zeitgeschichtliche Bildung fördern.

Die Gedenkstätte ist auch durch ihre landschaftliche Lage im Thüringer Schiefergebirge geprägt, was sie zu einem besinnungsvollen Ort im Grünen macht. Die unmittelbare Nachbarschaft zu weiteren historischen Stätten und ehemaligen Lagern im Umland unterstreicht die regionale Bedeutung dieses Erinnerungsortes. Besucherinnen und Besucher erhalten hier die Möglichkeit, sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und den Schrecken der KZ-Außenlager auseinanderzusetzen. Die authentische Atmosphäre und die engagierte Vermittlung machen den Besuch der Gedenkstätte zu einer eindrucksvollen und lehrreichen Erfahrung.

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