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Ziegelscheune
Highlights
- Die Ziegelscheune in Pobershau wurde im 16. Jahrhundert als Teil des Reitzenhainer Zeuggrabens errichtet.
- Sie leitete Wasser in das Wagenbachtal, um die Pochwerke am Marterberg zu versorgen.
- Heute ist von der ursprünglichen Funktion nur noch ein kleiner Abschnitt des Grabens erhalten.
Tipps
- Wanderung lohnt sich besonders bis Kilometer 9, wo der Graben noch gut sichtbar ist.
Eigenschaften
Naturerlebnis Ziegelscheune in Pobershau entdecken
Die Ziegelscheune in Pobershau ist ein historischer Ort entlang des Reitzenhainer Zeuggrabens, eines im 16. Jahrhundert angelegten Wassergrabens im Erzgebirge. Ursprünglich diente der Zeuggraben dazu, Berg- und Pochwerke des Marienberger Reviers mit dem nötigen Aufschlagwasser zu versorgen. Die Ziegelscheune markiert einen wichtigen Punkt, an dem Wasser aus dem Zeuggraben in das Wagenbachtal westlich von Pobershau geleitet wurde. Der Zeuggraben beginnt am Floßteich der Neue-Welt-Mühle in Reitzenhain, direkt an der deutsch-tschechischen Grenze, und erstreckt sich über eine Gesamtlänge von rund 20 Kilometern. Auf seinem Weg führt er durch verschiedene Abschnitte – teils verrohrt, teils offen gemauert – und zieht sich durch landschaftlich reizvolle Gebiete. Besonders vom Abschnitt ab Kilometer 6 bis Gelobtland ist der Graben heute noch gut sichtbar, hangseitig teilweise durch Felsen geschlagen und talseitig in Trockenbauweise errichtet. Obwohl das Wasser heute größtenteils fehlt, vermittelt der ehemalige Wasserweg einen anschaulichen Eindruck früher Bergbauaktivitäten im Erzgebirge. Die Ziegelscheune selbst liegt strategisch günstig zwischen den Ortsteilen Gebirge und Dörfel. Hier wurde das Wasser des Grabens gezielt umgeleitet, um die technischen Anlagen im Tal effizient zu versorgen. Diese Umlenkung war Teil eines komplexen Systems, das den Bergbau im Marienberger Revier über Jahrhunderte hinweg unterstützte. Mit dem Ende des Bergbaus Ende des 17. Jahrhunderts verlor auch der Zeuggraben seine ursprüngliche Funktion. Heute sind nur noch Reste des Wasserwegs erhalten, die jedoch als Kultur- und Naturdenkmal von großer Bedeutung sind. Heute lädt die Region um die Ziegelscheune zu Wanderungen entlang der Spuren des ehemaligen Zeuggrabens ein. Ein markierter Wanderweg begleitet den Grabenverlauf und ermöglicht Besucher:innen einen spannenden Einblick in die technische Geschichte der Region. Die Strecke verbindet Naturerlebnis mit historischem Kontext und eignet sich für Familien, Naturbegeisterte und alle, die sich für die Bergbaugeschichte des Erzgebirges interessieren. Besonders im Frühjahr und Herbst bieten sich hier friedvolle Spaziergänge inmitten einer abwechslungsreichen Landschaft.