Kirche/Kloster

St.-Johannis-Kirche Krummesse - Ev.-Luth. Kirchengemeinde Krummesse

Lübecker Str. 3, 23628 Krummesse-St. Jürgen

Highlights

  • Die St.-Johannis-Kirche in Krummesse (13.–15. Jh.) ist eine der wenigen zweischiffigen Kirchen Norddeutschlands, ursprünglich als dreischiffige Basilika geplant.
  • Ihr spätgotischer Altaraufsatz (1717), Triumphkreuzgruppe (16. Jh.) und Holzkanzel mit Reliefs (17. Jh.) zählen zu den wertvollen Ausstattungsstücken der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde.

Tipps

  • Der barocke Turm mit seiner Haube aus dem 17. Jahrhundert bildet einen markanten Bestandteil der historischen Bausubstanz der Kirche.
  • Im Inneren finden sich bedeutende Ausstattungsstücke wie die spätgotische Triumphkreuzgruppe aus dem frühen 16. Jahrhundert und ein hölzerner Altaraufsatz von 1717.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

St.-Johannis-Kirche Krummesse: Sakrale Kultur im Herzen von Krummesse-St. Jürgen

Die St.-Johannis-Kirche Krummesse ist das historische Herz der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Krummesse-St. Jürgen und ein bedeutendes Sakralbauwerk in der Region. Die Kirche, die dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, zählt zu den wenigen zweischiffigen Kirchen in Norddeutschland. Ursprünglich als dreischiffige Basilika geplant, wurde der Bau während der Errichtungsphase vermutlich aus statischen Gründen auf zwei Schiffe reduziert – ein seltenes Beispiel für eine solche architektonische Anpassung in der Region.

Der prägende vierkantige Westturm der Kirche entstand erst im 15. Jahrhundert und wurde später im Barockstil überformt. Die Fassade verrät mit ihren Wandmalereien Spuren der Erbauungszeit, die bei einer Renovierung im 20. Jahrhundert freigelegt und teilweise ergänzt wurden. Besonders sehenswert ist die spätgotische Triumphkreuzgruppe aus dem frühen 16. Jahrhundert mit lebensgroßen Figuren, die den Kreuzestod Christi darstellen. Dazu gesellen sich eine reich verzierte Holzkanzel aus dem späten 16. Jahrhundert mit figürlichen Reliefs sowie ein barocker Altaraufsatz aus dem Jahr 1717, der die Ausstattung der Kirche bis heute prägt.

Die Kirchengemeinde Krummesse hat eine durchgehende Tradition, die sich über Jahrhunderte hinweg ungeteilt erhalten hat – trotz der politischen Zersplitterung des Ortes, der durch Verkäufe und Verpfändungen von Landbesitz an Lübeck geprägt war. Im 20. Jahrhundert wurde das Gemeindeleben durch bauliche Erweiterungen geprägt: 2002 erfolgte ein Ausbau des Gemeindehauses, das zugleich als Niedrigtemperaturhaus und Raum für den wachsenden Kindergarten diente. Ein weiteres Kapitel der Kirchengeschichte schrieb sich 1970 mit dem Bau der Adventskapelle in Kronsforde, die nach Plänen des Kieler Architekten Wilhelm Neveling entstand und 2001 durch eine moderne Kanzelgestaltung des Bildhauers Axel Döhler ergänzt wurde – eine drehbare Skulptur zu Psalm 96, die den spirituellen Dialog mit der Gemeinde vertieft.

Die St.-Johannis-Kirche verbindet so historische Substanz mit lebendiger Gegenwart: Von den gotischen Ursprüngen über barocke Pracht bis hin zu zeitgenössischen Kunstinstallationen spiegelt sie die Vielfalt kirchlichen Lebens in Krummesse-St. Jürgen wider. Als architektonisches und kulturelles Erbe der Region lädt sie nicht nur zur Andacht, sondern auch zur Auseinandersetzung mit der bewegten Geschichte des Ortes ein.

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