Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Watzenborn-Steinberg

Klossengasse 12, 35415 Pohlheim

Highlights

  • Die Synagoge in Watzenborn-Steinberg war bis Mitte der 1920er-Jahre Zentrum der jüdischen Gemeinde im Ort.
  • Bis 1900 gab es hier eine eigenständige jüdische Gemeinde mit bis zu 34 Mitgliedern (1861: 3 % der Bevölkerung).
  • Die Synagoge wurde später abgerissen; heute erinnert eine Gedenktafel an die jüdische Geschichte des Ortes.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge bietet Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinde, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht und bis in die 1920er-Jahre bestand.
  • Vor Ort werden durch Gedenktafeln und Dokumentationen die Lebensbedingungen sowie die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung thematisiert.
  • Fotografische Darstellungen und historische Pläne ermöglichen eine visuelle Auseinandersetzung mit dem Bauwerk und seiner Umgebung.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal: Ehemalige Synagoge Watzenborn-Steinberg in Pohlheim

In der idyllischen Gemeinde Watzenborn-Steinberg, einem Ortsteil von Pohlheim, befindet sich ein bedeutendes historisches Zeugnis jüdischer Geschichte: die ehemalige Synagoge. Das Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert war einst Mittelpunkt einer lebendigen jüdischen Gemeinde, die bis in die 1920er-Jahre bestand. Die Synagoge stand dabei im Herzen des Ortes und diente nicht nur als religiöser Versammlungsort, sondern auch als kultureller Treffpunkt für die jüdische Bevölkerung.

Die jüdische Gemeinde in Watzenborn-Steinberg entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer kleinen, aber prägenden Gemeinschaft. Um 1830 lebten bereits 32 jüdische Einwohner in den drei Ortsteilen Watzenborn, Steinberg und Garbenteich, was etwa drei Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachte. Bis 1900 bestand eine eigenständige jüdische Gemeinde, die über die Synagoge verfügte. Diese war ein zentraler Ort für religiöse Feste, Gebete und Gemeindeveranstaltungen – ein Spiegel der Integration und des Zusammenhalts der jüdischen Mitbürger:innen in der Region.

Heute ist es ein stilles Mahnmal, das an die Geschichte der jüdischen Gemeinde erinnert. Vor Ort finden sich Spuren der Erinnerung, darunter Gedenktafeln und Initiativen, die sich für die Aufarbeitung der lokalen Geschichte einsetzen. Besonders die Nachbarschaft zu anderen historischen Orten wie der ehemaligen Synagoge in Wetzlar unterstreicht die Bedeutung des Erbes, das hier bewahrt werden soll.

Die ehemalige Synagoge Watzenborn-Steinberg ist heute ein Ort der Reflexion über die jüdische Geschichte in der Region. Sie mahnt zur Erinnerung an diejenigen, die hier einst lebten, und zeigt, wie vielfältig das kulturelle Erbe Pohlheims war. Durch die Erinnerungsarbeit vor Ort wird das Gedächtnis an diese Zeit wachgehalten – ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der lokalen Geschichte und zur Förderung des interkulturellen Dialogs.

Wer sich für die Geschichte der jüdischen Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet interessiert, findet in Watzenborn-Steinberg ein bedeutendes Beispiel für den Verlust und die Bewahrung religiöser Stätten. Die Synagoge steht symbolisch für die Vielfalt, die einst diese Region prägte, und erinnert daran, wie wichtig es ist, solche Orte nicht zu vergessen.

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